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Wahrheit zu höherer Einheit verschmelzen. Das ist dasLebensvolle an seiner Theologie, dass er die Bedeutung derPersönlichkeit Christi überall so energisch betont. Als Dog-matiker hat er erfolgreich dazu mitgeholfen, die Theologieaus dem alten Gegensätze des Eationalismus und Suprana-turalismus hinaus und in tiefere Probleme hineinzuführen.Freilich konnte diese idealästhetische Religion, welche dasDogma zum Symbol verflüchtigt, den Streit der Geister auchnicht endgültig schlichten. Als Ethiker fand er mehr An-klang, indem er statt des kalten kategorischen Imperativsder Kantischen Moral Christum, das realisierte ethische Idealzum Ausgangs- und Zielpunkt der Sittenlehre hinstellte.
Marheineke folgte bereits im Friihjalir 1811 de Wette,der ihm hatte entgehen wollen, aus Heidelberg nach. Nebenseinem dortigen Freunde Daub, den auf dem Katheder derSchlag rührte, ist er der Hauptvertreter der HegelschenPhilosophie auf dem Gebiet der Theologie, das eigentlicheHaupt der sogenannten Hegelschen Rechten, d. h. desjenigenTeiles der Schule, welche die Vereinbarkeit dieser Philosophiemit dem Christentum behauptete. Als Hegel 1831 an derCholera starb, pries ihn Marheineke, seit 1820 neben Schleier-macher Prediger der Dreifaltigkeitskirche, als einen Königim Reiche des Gedankens, der sich eine Unsterblichkeit er-rungen habe wie wenige. In ihrem Kreise fand ein DavidFriedrich Strauss seine Heimat, zurückgestossen durch die„quecksilberartige Beweglichkeit“ im Wesen Schleiermachers,der ihn „auf der Kanzel mehr als auf dem Katheder“ be-friedigte. Marheinekes Verhältnis zu seinen Kollegen warnicht immer ein ungetrübtes. Gegen de Wette polemisierteer, indem er es untheologisch nannte, wenn er bei der bib-lischen Dogmatik die Philosophie eines Kant, Fichte, Schel-ling oder gar eines unter der Bank hervorgeholten Philo-sophen, womit Fries gemeint war, zu Grunde lege. Auchmit Neander und Schleiermacher lebte er zeitweilig in litte-rarischer Fehde. Seine reformationsgeschichtlichen Arbeitensind durch strenge Objectivität und gründliche Quellenkenntnisausgezeichnet. Der geschichtliche Wert seiner mehrfachendogmatischen Werke besteht vor allem darin, dass wir inihnen die einzige durchgeführte Darstellung der Dogmatikvom spekulativen Sclielling - Hegelschen Standpunkt aus be-sitzen. Als Symboliker trat er im „System des Katholizis-mus“ hervor, wie er auch zuerst den Namen Symbolik imheutigen historisch komparativen Sinne anwandte.
Im Anschluss an Marheineke sei kurz erwähnt WilhelmVatke, der Herausgeber seiner dogmatischen Vorlesungen,von 1837 bis 1882 ausserordentlicher Professor, Lehrer Bieder-manns, welcher der hervorragendste Dogmatiker der jüngeren