Dritter Gesang.
Aie Luft belebet schon der Sonne reger Schimmer.
Sie warf den güldnen Strahl in Raufbolds Ruhezimmer;Der Vorhang, der ihn brach, und rauschend vor ihn trat,Zog an der weißen Wand ein längliches Quadrat;
Das große Stichblatt schien in falben SchattenbildernDer Schreckkometen Lauf elliptisch abzufchildern.
Ganz Leipzig hob sich nun halbtaumelud in die Höh'.
Zur Arbeit ging der Mann, die Dame trank Kaffee;
Die Schöne malte sich mit Rosen ihre Wangen,
Und Lilien blühten auf, die in der Nacht vergangen.
Im ganzen Leipzig war kein einzig Mädchen alt,
So sehr verbesserte die Schminke die Gestalt;
Kein Mütterchen fuhr auf, die Musche mußt' es decken,Und wo auch gar keins war, lag doch ein schwarzer Flecken.Nur Raufbold ruhte noch, und lag von Sorgen frei,
Bis in den Hellen Tag auf einer harten Streu.
Von Schätzen nie beschwert auf seinen weiten Reisen,Schlief er so arm und sanft, als wie die alte» Weisen.Sein ganzer Reichthum war sein großes Ranferschwert,Und seine ganze Lust Kalmuck, das edle P'erd.
So manchen süßen Traum ließ ihn Pandur ergötzen;Vom wüthenden Tumult, von Schreien und von WetzenWar seine Seele voll. Erstieg'ne SchnurrbarteinUnd Ständchen fielen ihm im süßen Schlummer ein.
Ein paar Mal lächelt er mit einer wilden FreudeUnd spricht verwirrt Etwas von einem mod'schen Kleide.