Vierter Gesang.
^9ie, menn ein rauher Bär aus Lapplands kalten Wäldern,Vom steten Nord entlaubt, zu den beschneiten FeldernMit trägen Klauen kommt, sie halb erstarrt bewegt,
Sich mit bereifter Haut durch öde Furchen trägt,
Die Menschen zwar nicht flieht, doch sie auch nicht verletzet-,Bis, wenn die Lappen ihn durch ein Geschrei gehetzet,
Er sein besrornes Haupt unwillig aufwärts hebt,
Den lichten Schnee zerscharrt, mit breiten Tatzen gräbt;Doch, wenn sein feiger Feind aus ihn zu gehn verweilet,Er wiederum zurück in finstre Wälder eilet,
Mit brummendem Getös' zu seinen Höhlen irrt:
So murrt der Renommist, da er verwundet wird.Sylvan läßt ihn allein, und eilet aus den Linden;
Und Raufbold denket Nichts, als Anputz und Gelinden.Voll Unmuth warf er sich auf eine nahe Bank. ^Er, den kein schöner Blick in Jena noch bezwang,
Fühlt tief in seiner Brust die angenehme Wunde;
Und diese Klage brach aus seinem Heldenmunde:Unwürdiger, du liebst? und schimpfst den hohen Stand?Und machst zu Leipzigs Spott dein Jenifches Gewand?
O Jena! mußtest du zum Unglück mich verjagen?
Ich Unbezwungner soll der Liebe Ketten tragen?
Zn Seufzern ungewöhnt, fremd in galanter Kunst,Bewerb' ich kriechend mich um eines Mädchens Gunst!Und man verlangt von mir, abtrünnig schon deswegenDen Jenischen Caput und Stiefeln abzulegen?