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Zur Culturgeschichte Frankreichs im XVII. und XVIII. Jahrhunderte
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die Erpressungen der Steuerpächter, die Frohnden, die Leibeigen-schaft, die Sklaverei mit Erfolg bekämpfte.

Im Beginn habe ich ihn mit Lucian verglichen. Nach dem,was ich nun über ihn gesagt habe, ist es aber doch klar, dasser höher stand, als der Grieche. Beide kämpften mit den Waffendes Witzes, aber Lucian suchte nur niederzureissen, zu zerstören,während Voltaire nicht allein das Alte beseitigen, sondern auchNeues, Besseres an dessen Stelle errichten wollte. Es war ihmErnst mit der Sache der Menschlichkeit. Dass er in seinemKampfe oft wie ein Possenreisser auftrat, dass er sich zu weit hin-reissen liess, darf uns nicht beirren. Niemand kann seine Naturverleugnen, und Voltaire benahm sich oft, selbst noch im Alter,wie ein Gassenjunge. Aber hätte er nicht sein Leben lang dieseJugendkraft und diesen leichten Sinn gehabt, so hätte er auchnicht geleistet, was man ihm heute zu verdanken hat. Er hättein seinem Ueberflusse friedlich gelebt, und das fremde Unglücknicht so tief auf sich einwirken lassen. Er war ungleich in seinemWesen; seinem Leben, wie seinem Charakter fehlte die Harmonie,die ausgleichende Schönheit, welche das Thun des Mannes zurwahren Grösse erhebt — aber das soll unser Urtheil nichttrüben. David Strauss hat ihn in dem Schlussworte seiner Vor-träge, an Goethe’s Wort sich anlehnend, mit dem Schalke ver-glichen, der von allen Geistern, die verneinen, dem Herrn amwenigsten zur Last ist. Aber diese Vergleichung ist nicht ganzrichtig, da Voltaire ja nicht blos verneinte, und ich schliessemich lieber Dubois-Reymond an, der in einer Festrede, welcheVoltaire’s Beziehungen zu den Naturwissenschaften behandelte,im Jahre 1868 von ihm sagte: „So gewaltig ist er durchgedrungen,dass die idealen Güter, um die er ein langes Leben hindurchmit unermüdetem Eifer, mit leidenschaftlicher Hingebung, mitjeder Waffe des Geistes, vor Allem mit seinem schrecklichenSpotte rang — dass Duldung, Geistesfreiheit, Menschenwürde,Gerechtigkeit uns gleichsam zum natürlichen Lebenselemente ge-worden sind, wie die Luft, an die wir erst denken, wenn sieuns fehlt; mit einem Worte, dass, was einst aus Voltaire’s Federals kühnster Gedanke floss, heute Gemeinplatz geworden ist“.

Zur Culturgeschichte Frankreichs.

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