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Beschaffenheit schaden. Im ersteren Falle seien sie durch Blut-entziehung und im zweiten Fall durch Senesblätterthee und ähn-liche Mittel zu bekämpfen 1 ). Mit einem wahren Fanatismus,Vampyren gleich, stürzten sich die Aerzte auf ihre Patienten.Patin berichtet, dass er seine Frau von einer Brustfellentzün-dung durch zwölfmal wiederholten Aderlass gerettet habe.Seinem Sohn, der an Fieber litt, verordnete er binnen kürzesterZeit zwanzig Aderlässe, und einem Kind von sieben Jahren liesser im Zeitraum von vierzehn Tagen dreizehnmal Blut entziehen.Selbst ganz kleine Kinder wurden nicht verschont. Freilich be-handelte er sich nicht anders, und liess sich z. B. bei einemhartnäckigen Husten siebenmal die Ader schlagen. (Spon,10. März 1648.) Aehnlich verfuhren die meisten anderen Aerzte.Patin erwähnt eines Patienten, dem man vierundsechzigmal zurAder liess, um ihn vom Rheumatismus zu befreien. Der mochtezuletzt freilich schwinden, aber das Leben mit ihm! Was suchteman nicht Alles mit diesem Mittel zu kuriren! Hatte JemandNierenschmerzen, flugs einen Aderlass! — hatte ein Kind Keuch-husten — einen Aderlass! litt Jemand an Epilepsie — er blute!Patin erzählt von einem Mädchen, das oft zehnmal des Tagesin epileptischen Anfällen zusammenbrach, und das er durch fort-gesetztes Aderlässen und Purgiren geheilt haben will. Als dieDauphine guter Hoffnung war, verordneten ihr die Aerzte vonZeit zu Zeit einen Aderlass zur Stärkung.
Wehe den Schriftstellern über Medicin, welche den Ader-lass verwarfen! Patin erklärte ihnen seine volle Verachtung.„Wenn man ihm in Paris folgen wollte“, sagt er 27. August 1658zu Spon, indem er von einem Autor, Sennertus, spricht, „würdenalle unsere Kranken sterben. Wir kuriren unsere achtzigjährigenGreise so gut wie Kinder von zwei und drei Monaten durchAderlass.“ Ein anderer Arzt, de la Bresse, hatte sich gleichfallsgegen die Anwendung dieses Mittels erklärt, und in seinem Zornbedroht ihn Patin mit der Hölle. „Der Teufel wird ihm im an-deren Leben dafür sein Blut abzapfen!“ (An Beim, 4. Sep-tember 1641).
) Kaynaud, p. 179.