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öffentliche Aufmerksamkeit wieder zu. Der ungestüme Sinn deralten Condö schien in dem Herzog von Enghien, dem letztenSpross des Geschlechtes, noch einmal aufzuleben, aber die Kata-strophe von Vincennes zerstörte die Hoffnungen der Königlichen.Das Haus Cond6 erlosch.
Familien blühen auf und vergehen, so will es ein Gesetzder Natur. Doch überkommt uns ein Gefühl des Bedauerns, wennwir sehen, wie ein kräftiger Stamm plötzlich erkrankt und ab-stirbt. Die Condö hatten die Fehler ihrer Zeit, aber dabei Eigen-schaften, die über das Mass' des Gewöhnlichen hinausgingen.Mit der Geschichte Frankreichs eng verbunden, war die Ge-schichte ihres Hauses anderthalb Jahrhunderte lang glänzendund nicht ohne Grösse. Sie gingen an der verhängnissvollenEntwicklung des Königthums zu Grunde, sie, wie alle Liniendes französischen Königsgeschlechts, und wie die Könige selbst.
Der Sturz der Bourbonen bildete eine erschütternde Tra-gödie, und die tragische Schuld der Könige lag in ihrem blindenStreben nach unumschränkter Gewalt. Denn selbst die Mitgliederder königlichen Familie wurden eifersüchtig von jeder Thätig-keit fern gehalten, mit Gewalt in Lüderlichkeit und armseligesWesen hineingetrieben. Wer vermag auf die Dauer solch giftigemEinfluss zu widerstehen? Eines der ersten Opfer des falschenSystems war der Herzog von Orl4ans, der spätere Regent, undso sanken die Condö, die Conti, so sanken die vornehmen Ge-schlechter des Landes alle. Die königlichen Prinzen wurdenförmlich zum Widerstand gegen die Königsmacht getrieben,und eine Spaltung im Hause Bourbon war unvermeidlich. In denJahren vor der Revolution stand Orleans dem Könige feindlichgegenüber, Conde verhielt sich gleichgültig, der geistvolle PrinzConti coquettirte mit dem oppositionslustigen Parlament, aberKeiner von ihnen fand ein geeignetes Feld ernster Arbeit. Als derSturm ausbrach, boten die, welche dem Thron am nächstenstanden, auch nicht die mindeste Stütze - , — sie Hessen ihn fallenund fielen mit ihm.
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