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Zur Culturgeschichte Frankreichs im XVII. und XVIII. Jahrhunderte
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Summe, die gewiss einer halben Million heutigen Geldwerthesgleichkommt, aber der König war nun völlig gewonnen, undim nächsten Jahre stellte er Conde an die Spitze einer Armee,die über Sedan und Lüttich gegen den Rhein vordrang, heiKaiserswerth den Strom überschritt und Holland bedrohte. ImJahre 1674 zog Conde mit 40.000 Mann gegen Wilhelm vonOranien, zeigte sich aber nicht mehr von dem alten Ungestümbeseelt, sondern ging nur vorsichtig und zögernd zu Werke. DieSchlacht bei Senef konnte allenfalls als ein Sieg gelten, brachteaber seinem Ruhm nicht viel neuen Glanz, auch der Feldzugdas Jahres 1675, in dem er nach Turenne’s Tod die Rheinlinieim Eisass zu schützen hatte, brachte keine hervorragende Lei-stung. Conde war krank, immer von der Gicht geplagt und ver-zichtete seitdem auf thätige Theilnahme am Kriegsleben, um sichauf einen engeren Kreis und den Verkehr mit geistig hervor-ragenden Männern zu beschränken. Er war ja fein gebildeten,scharfen Geistes, zu Spott geneigt, dabei voll Theilnahme fürWissenschaften und Künste. Obwohl er in seinen religiösen An-sichten frei und ein Anhänger der Spinozistischen Lehre war,schenkte er Bossuet doch sein Vertrauen. Racine und Boileauerfreuten sich seines besonderen Schutzes, und ebenso stand Mo-liere bei ihm in Gunst. Während der Jahre, in welchen dieöffentliche Aufführung des „Tartuffe“ verboten war, liess sichConde das Stück zweimal Vorspielen, obwohl der Erzbischof vonParis Jeden, der es lesen oder anhören würde, mit der Excom-munication bedroht hatte. Bis in seine letzten Jahre war derPrinz der „Beschützer jeder geistigen Kühnheit“, wie Sainte Beuvein seinem Werke über Port-Royal sagt (III, 280), und erst kurzvor seinem Tode liess er sich zur Unterwerfung unter die Geboteder Kirche bestimmen.

Man sollte denken, sagten wir oben, dass unter solchenUmständen das Leben des Prinzen in seinem späteren Verlaufesorgenfrei und angenehm gewesen wäre. Und doch war dem nichtso. Höfische Rücksichten beengten auch ihn, der einst so un-bändig gewesen war, und schwere häusliche Verhältnisse, Fami-liensorgen, bedrückten ihn. In seiner Jugend hatte er Richelieu’sNichte, Claire Clemence de Maille-Breze, heiraten müssen, aber