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Die Guisen, die seine heftigsten Feinde während des Kriegesgewesen waren, wurden gleich den anderen Liguisten beim Frie-densschluss glimpflich behandelt, aber Heinrich schrieb doch ineinem vertraulichen Briefe an Rosny (Sully), er solle sich für keinMitglied dieses Hauses mehr bei ihm verwenden 1 ). Die einst somächtige Familie sollte offenbar allmälig ihre Bedeutung ein-büssen.
Mit der grössten Entschiedenheit trat Heinrich jedem Ver-such entgegen, den kaum beendeten Bürgerkrieg neu zu ent-flammen. Marschall Biron, der geradezu Landesverrath plante,büsste dieses Verfangen mit dem Leben. Biron, der Sohn einesvielgenannten Kriegsmannes und selbst im Felde tüchtig, aberder Ehrgeizigsten einer, hatte sich vom Herzog von Savoyen ge-winnen lassen. Man hatte ihn mit der Aussicht auf den erblichenBesitz von Burgund unter spanischer Oberhoheit geködert. Erhatte sich mit dem Herzog von Bouillon, einem Führer der Re-formirten, und dem Grafen von Verneuil, einem Sohne Karl IX.,verschworen, aber Heinrich handelte mit Entschiedenheit. Bironwurde vom Gerichte zum Tode verurtheilt und im December 1602enthauptet, Verneuil zu langwierigem Kerker verurtheilt, und derHerzog von Bouillon, der in seinem festen Sedan souverän war,durch einen Kriegszug zur Unterwerfung genöthigt.
Neben dieser streng durchgeführten Reorganisation desStaates, musste König Heinrich auch noch die ungleich schwie.rigere Aufgabe lösen, den confessionellen. Frieden herzustellen. Washeute als natürlich und einfach erscheint, die Gleichberechtigungder verschiedenen Religionsbekenner, war zu jener Zeit, zumalnach dem langen Kriege, eine kaum erfüllbare Forderung. Unddoch war die Sicherung des Staates und der einzelnen Bürger nurmöglich, wenn man auf sie einging. So entstand 1598 das Edictvon Nantes, das zwar kaum etwas Anderes enthielt als das Edictvon Poitiers (1577), das aber der erste ernstlich gemeinte undredlich durchgeführte Versuch war, einen paritätischen Staat ein-zurichten. Das Edict von Nantes wurde als ein Staatsgrundgesetz
*) Lettres de Henri IV (ed. Dussieux), S. 377: „Pour vous, vous me ferezplaisir de n’etre pas ci-apr&s protecteur de pas un de cette raaison-l& w .