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thümern — ausgestattet werden sollten. Waren doch die so Be-dachten oder deren Nachkommen häufig als die heftigsten Feindeder Könige aufgetreten. Langsam erstarkte die Monarchie, undnachdem Ludwig XI. die letzten Lehnsherrschaften — Anjou,die Provence und Burgund — eingezogen, nachdem sein Sohndurch die Heirat mit Anna von Bretagne den Gewinn auch diesesLandes angebahnt hatte, bildete der französische Staat ein fest-geschlossenes Gebiet, in dem nur noch e i n Wille massgebendwar. Fortan fand man in Frankreich kein Geschlecht mehr, dasdem König auf die Dauer hätte widerstehen können. KönigFranz I. war in seiner Machtfülle uneingeschränkt. Nicht alleinder weltliche Staat, auch die Kirche hatte sich ihm zu fügen.Das Concordat, das er im Jahre 1516 mit Papst Leo X. ab-schloss, legte die Ernennung der Bischöfe und Aebte in seineHand und sicherte ihm damit weitreichenden Einfluss.
Und doch mochte man die Lehre von der göttlichen Ge-walt der Könige noch so sehr betonen, die Verhältnisse desLandes setzten dem Willen des Herrschers Schranken, die schwerzu durchbrechen waren. Noch führten die einzelnen Provinzenihr eigenes, selbständiges Leben, hatten noch zum Theil ihrebesondere Sprache. Das eigentliche „Frankreich“ erstreckte sichnur nördlich von der Loire. Im Süden sprach das Volk andersund fühlte sich den Bewohnern der nördlichen Provinzen fremd.C16ment Marot, der Günstling Franz I. und seiner Schwester Marga-rethe von Navarra, war in Cahors im Lande Quercy geborenund kam als Knabe „nach Frankreich“, wo er „seine Mutter-sprache vergass“, um sich fortan französischer Dichtung zu wid-men '). Viele Provinzen trugen noch scharf ausgeprägten Cha-rakter in ihrem Leben und Denken; alte Rechte waren noch inKraft bei ihnen und viele Städte erfreuten sich weitgehenderSelbständigkeit in ihrer Verwaltung. Die strenge Centralisationwar unbekannt und für die nächste Zeit auch nicht möglich.Denn um sie einzuführen, bedurfte es zuvor festgefügter undschneller Verbindungen durch das ganze Land. Benachbarte Pro-
*) Clement Marot, „L’Enfer: Une matinee, n’ayant dix ans, r en Francefas men6 u .