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präge, wenn es sich auch zunächst nur in der Kriegführung,der Aufstellung grosser Heere, in Strategie und Taktik, deutlichzeigte. Frankreich aber, das sich im Ganzen einer feierlicheninneren Entwicklung erfreute, ging allen Staaten auf diesemWege voran.
Mit dem Siege der Revolution schien die Herrschaft Frank-reichs noch zu wachsen. Die Völker begrüssten das glückver-heissende Evangelium der Freiheit, Gleichheit und Brüderlich-keit, das ihnen von der Seine aus gepredigt wurde, und nichtzufrieden mit dieser geistigen Vorherrschaft, vereinigte die fran-zösische Republik auch ein Land nach dem anderen mit ihremGebiet. Der stolze Flug des kaiserlichen Aars führte noch weitüber diese Grenzen hinaus, und der erste Napoleon sah denganzen Westen des europäischen Continentes in seiner Macht.Aber trotzdem bezeichnet das Kaiserthum nicht den Momentvon Frankreichs grösstem Einfluss. Wenn im achtzehnten Jahr-hundert die fremden Nationen Frankreichs Cultur, seinen Geist,seine Ideen willig anerkannt hatten, herrschte das Kaiserthumnur durch die rohe Gewalt, und überall regte sich der Widerstandgegen die Fremden. Man wollte nichts mehr von den Lehrender Revolution wissen, die zu blutiger Schreckensherrschaft undMilitärdespotismus geführt hatten, und begann die LeistungenFrankreichs auch auf den Gebieten des Geistes, seine Literatur,seine Sitte, das Wesen seines Volkes, absprechend zu beur-theilen. Einzelne kurze Perioden, wie die der Julirevolution,ausgenommen, zeigt der Verlauf des neunzehnten Jahrhunderteseine stetige Abnahme des französischen Einflusses auf die an-deren Völker, die mehr und mehr zum Bewusstsein ihrer natio-nalen Kraft gelangen. Es ist dies auch eine Folge der franzö-sischen Revolution, die ja keineswegs mit dem Sturze des Direc-toriums oder selbst des Kaiserreiches abgeschlossen war. Künf-tige Geschichtsschreiber werden beurtheilen können, ob Frank-reich durch den Umsturz aller Verhältnisse am Schlüsse desvorigen Jahrhundertes wirklich gewonnen oder ob es sich nichtvielmehr schwer geschädigt hat.
Die zwei Jahrhunderte, die uns in den folgenden Ausfüh-rungen beschäftigen sollen, werden in späterer Zeit als eine