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Zur Culturgeschichte Frankreichs im XVII. und XVIII. Jahrhunderte
Entstehung
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von Werken, die, bis in alle Einzelnheiten durchdacht, nur nochzu günstiger, von Krankheit nicht beschwerter Stunde, der Nie-derschrift harrten. Derselbe sehnsüchtige Wunsch, der dem ster-benden Littre noch erfüllt ward: nExtremum hunc, Arethusa,mihi concede laborem« durchwaltete bei solchen Reden Herz undSinn unseres Dulders. Leider ist ihm die Erfüllung dieses selbst-losen Verlangens nicht zu Theil geworden. Viel zu früh für dieWissenschaft, viel zu früh für die hohe Schule, an der er freudigund erfreuend wirkte, viel zu früh vor Allem für die Seinigen,zu denen er gern auch seine Hörer und Freunde zählte, ist eraus den Reihen der Lebenden und rastlos Strebenden gerissenworden.

Was Lotheissen als Forscher und Schriftsteller geleistet,kann in diesen anspruchslosen, biographischen Umrissen nur bei-läufig angedeutet werden. Auch bedarf es derartiger, in das Ein-zelne gehender Würdigung seiner Schriften kaum: ist doch man-ches seiner Werke mit Recht ein Hausbuch geworden. Denn dergediegene Mann der Wissenschaft verleugnete sein gewinnendesWesen auch am Schreibtische nicht; er wusste sich behaglichmitzutheilen und traf, ohne jemals „Töne tiefster Leutseligkeit an-zuschlagen“, die schwere Aufgabe, nach Riehl’s Gebot, die Kunstdes Schriftstellers mit der Gründlichkeit des Gelehrten zu ver-einigen. Nichts begreiflicher, als dass ein Mann der Art nichtblos unter den Fachgenossen Anhang und Anklang fand. Loth-eissens besonderer Verehrer war Heinrich Laube, der den„Moliere“ wie die „Geschichte der französischen Literatur imsiebzehnten Jahrhundert“ unter seine Lieblingsbücher aufnahmund wiederholt öffentlich nach Verdienst anerkannte. MorizHartmann war mit dem feinfühligen Kenner durch freund-schaftliche und verwandtschaftliche Beziehungen eng verbundenund Julius Glaser erwies sich ihm von Anfang als theilneh-mender Parteigänger, wie späterhin Michael Bernays, KarlHillebrand, Wilhelm Holland.

So fehlte es dem edlen Manne nicht an echtem Trost, dessenein weniger harmonisches Gemüth, als das seinige, in den vielenPrüfungen seines Daseins nur allzusehr bedurft hätte: denn über-mässig hart hat ihn das Leben mitgenommen.