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in bürgerlichen Zwistigkeiten, in diesen Staatskrankheiten, Keiner unbetheiligt sein, Jedervielmehr Partei nehmen solle, und daß das der beste Staat sei, wo jeder Bürger das einemMitbürger widerfahrene Unrecht als eigene Verletzung empfindet. Zwei der größten Musterin patriotischem Gemeingeist und Bürgertugend sind Justus Möser und BenjaminFranklin. (S. diese Artikel.) C. Welcker-
Bürgschaft, s. Garantieen und Verbürgung.
Burgunder, in den ältesten Geschichtsquellen auch Bucgundionen und mit meh-reren ähnlichen Namen, sogar Bugurdi und Urugundi genannt und den vandalischenVölkern beigezählt. Sie hakten ihre frühesten bekannten Wohnsitze zwischen Oder undWeichsel. Um die Mitte des dritten Jahrhunderts unserer Zeitrechnung von dem go-lhischen Stamme der Gepiden unter Fastida angegriffen, geschlagen und aus ihren Wohn-sitzen vertrieben, zerstreuten sie sich nach verschiedenen Richtungen; ein Theil soll sich aufder Insel Born Holm, deren Name daher abgeleitet wird, ein anderer in den Karpa-then niedergelassen haben; dieser wurde von den Gothen bis an die Donau fortgeschoben undverschwindet aus der Geschichte. Der größte Theil des Volkes zog sich über die Oder undElbe nach dem Fichtelgebirge zurück und fand an dessen südlichem Abhange, hinter denAlemannen, Zuflucht und feste Sitze. Schon 253 sielen sie mit andern süddeutschen Völ-kern ins römische Gebiet, dafür bedrohte ungefähr 20 Jahre später Kaiser Probus ihreigenes; sie gingen ihm entgegen, heftiger Kampf, dann Vergleich: ihr Führer Jlicotrat mit seinen Getreuen in des Kaisers Dienst und dieser zog ab, ohne burgundisches Landbetreten zu haben. Nach wie vor nahmen Burgunder Theil an den Einbrüchen benach-barter Völker ins römische Gebiet, theilten aber auch oft das unglückliche Ende solcherAbenteuer.
Aus dieser Zeit erfahren wir, !taß sie von einem Könige angeführt wurden, der denTitel H endinos führte und abgesetzt wurde, „wenn das Kriegsglück wankte oder dieErnte mislang. Solche Unfälle schrieben sie ihren Königen zu, denn sie hatten einen Ober-priester, Sinistus genannt, der auf Lebenszeit bestellt und keinem Wechsel unterworfenwar, wie die Könige." Dies deutet auf eine Art Theokratie- Im Uebrigen glich ihrWesen und Treiben dem aller übrigen deutschen Völker jener Zeit.
Die heftigen Kämpfe, welche gegen das Ende des 3. Jahrhunderts das östliche Deutsch-land erschütterten, scheinen auch die Burgunder näher auf die Alemannen geschoben zuhaben, während diese zugleich vom Rhein herüber durch die Römer gedrängt wurden.Daher ein Jahrhundert lang Hader und Krieg zwischen Alemannen und Burgunderntheils über die Gränzen, theils über die zwischen Beiden gelegenen Salzquellen (bei Schwä-Hisch-Hall?). — Diese Spannung zwischen beiden Völkern benutzte Kaiser Valentinian,um Beide zu verderben; er verhieß den Burgundern Hilfe gegen die Alemannen. ImVertrauen darauf sielen jene mit großer Macht (80,000 Mann nach römischen Berichten)über diese her, durchbrachen ihr Land und erschienen, dem Laufe des Neckars folgend, amRhein, den römischen Verschanzungen gegenüber. Der Kaiser hielt sie mit Unterhand-lungen hin, bis ihnen im Rücken die Alemannen sich wieder zu sammeln ansingen; daerkannten sieseine Arglist, machten nieder, was ihnen diesseits des Rheins von Römernin die Hände siel, und zogen in ihre Heimalh zurück. Dies trug sich zu im Jahre 371.Etwas über 30 Jahre nachher werden die Burgunder unter den Völkern genannt, welchenach Radegais Niederlage in Gallien eindrangen. Was in den alten Wohnsitzen zurück-blieb, mag der Hunnenkrieg verschlungen haben. G untikar, der König der ausgewan-derten Burgundionen, wird unter den Anhängern des Gegenkaisers Jovinus genannt undwußte auch nach dessen Untergang sich zu behaupten; der Kaiser Constantius erkannte ihnals Herrn eines Landstrichs am linken Rheinufer, vielleicht bis hinauf in die Schweiz.Um dieselbe Zeit nahmen die Burgundionen das Christenthum an, wodurch natürlich dieGewalt ihres Oberpriesters zu Ende ging und die des Königs sich hob. Guntikar's Reich,gegen die römischen Statthalter in Gallien ruhmvoll behauptet, wurde von Attila zerstört,er selbst siel im Kampfe (451?); sein Ruhm ging von Lied zu Lied bis in das der Nibe-lungen- Sein Volk warf sich den Westgothen in die Arme; 456 nahmen an dem Zugederselben gegen Spanien zwei burgundische „reges" Theil, Gundioch (Gunduich oder