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wenigstens den Uebergang zu einer neuen kirchlichen. Gestaltung und Lebensentfaltung bil-den werde. Doch sollte überall das Band, welches die Kirche mit dem Staate verknüpft,nicht gewaltsam zerrissen, sondern mit schonender Hand, soweit sich das Bedürfnis kundgiebt, allmalig gelöst werden, und wenn einerseits der Bildung freier und freiwilliger Kic-chengemeinden kein Hindernis in den Weg zu legen ist, so sollte andrerseits auch da, wokeine Aenderung begehrt wird, das bisherige Verhältnis unangetastet bleiben, weil diewahrscheinlichen Früchte einer dem Volke aufgedrunqenen Emancipation der Kirche Ver-wilderung und Entsittlichung, oder ein vollständiger Sieg des Katholicismus über den Pro-testantismus sein würde. P. A. Pfizer.
Avocatorien (llocrets <Ie cg,,j,sl, literae irvncstoriiw) sind die von der Staats-gewalt erlassenen öffentlichen Verkündungen, wodurch ihre in fremdem Land, zumal imGebiet einer feindlichen Macht oder mit welcher ein Krieg eben auszubrechen droht, sichaushaltenden Angehörigen zur Rückkehr in die Heimath aufgefordert werden. Gewöhn-lich werden dann auch schwere Strafen auf den Ungehorsam gesetzt. Solche Strengegrün-det sich auf die vorausgesetzte und unbedingte Pflicht des Staatsangehörigen, seine Per-son wieseine Habe fortwährend zur Verfügung der Staatsgewalt, sobald diese derselbennöthig zu haben glaubt, zu stellen, somit auch die Annahme einer Art von Leibherrlich-keit der Gesammtheit oder der Regierung über jeden einzelnen Bürger. Sonst könnenaber Avocatorien auch die wohlthätige Absicht haben, den Angehörigen die Kunde vonder Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit eines bevorstehenden Kriegsausbruchs zu gebenund sie dadurch ihres eigenen Besten willen zur Heimkehr aus dem Lande, welches einfeindliches zu werden droht, einzuladen. In der neuesten Zeit hat man wohl auch ohneKrieg oder Kriegsgefahr seine Staatsbürger überhaupt oder einzelne Elassen derselben zurRückkehr in die Heimath aus irgend einem Lande, worin man sie ungern wußte, auf-gefordert. So rief Rußland, obwohl mit Louis Philipp in freundschaftlicherAnnäherung befindlich, sämmlliche Russen, die sich in Frankreich, nehmlich imLande der Juliusrevolution, befänden, unter Strafandrohung nach Hause; und sohaben die deutschen. Regierungen alle ihren Ländern angehörige Handwerker,welche in der Schweiz sich aufhielten, gleichfalls unter schwerer Strafandrohungzur schnellsten Heimkehr aufgefordert. Der Unfug, welchen einige Handwerks-gesellen sich im Steinhölzli hatten zu Schulden kommen lassen, und die Besorgnis, daßdie politische Ansteckung etwa von jenen Schwärmern oder Verführten auf alle Standes-genossen übergehen möchte, war bekanntlich das Motiv dieser früher in solcher Strenge nochnicht vorgekommenen Maßregel. Doch har auch die Abberufung sämmtlicher preu-ßischer Studirenden von den ausländischen, insbesondere von mehreren genanntendeutschen Universitäten, im Princip einige Aehnlichkeit mit derselben.
C. v. Rotteck.
B.
Bacon (Franz-, von Verulam, Vicomte von St. Alban, geboren zu London1561, Sohn des Siegelbewahrers Bacon, stammte aus einer edeln und alten Familie.Seine ersten Studien machte er zu Cambridge und zeichnete sich früh durch den Umfangseiner Kenntnisse und die Reife seines Urtheils aus- Die Art, wie die Philosophie desAristoteles damals behandelt ward, welche die Grundlage aller Schulweisheit und gelehrtenBildung war, erregte seine Aufmerksamkeit und seinen Unwillen, und er zählte noch nichtsechszehn Jahre, als er öffentlich gegen dieselbe auftrat und sie nicht ohne Geschicklichkeit be-kämpfte. Alles kündigte in ihm den künftigen ausgezeichneten Gelehrten an, der den Be-ruf in sich fühlte, den Wissenschaften eine neue Bahn zu brechen. Die Verhältnisse seines