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2 (1846) [Aus - Cal]
Entstehung
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768
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768'rgertugend.

und deutscher Städtebündnisse die erste europäische See- und Handelsmacht befaßen, meinGott, wie hatten da Engländer, Schweden und Dänen über deutsche Anmaßung undSelbstsucht und Herrschlust zu klagen ! Und die Athener und Spartaner, die griechischenDemokraten und Aristokraten und vollends die Römer zur Zeit ihrer Macht und Ueber-macht, diese wird doch auch der Verblendetste nicht den Briten als Muster der Gerechtigkeitund großmüthiger Entsagung auf den Gebrauch und die Ausdehnung ihrer Macht und ihrerEinkünfte, als Muster vollends der Humanität und Milde gegen die Besiegten und Erober-ten gegenüberstellen wollen? England beherrscht und besitzt als Eroberer Indien mi>hundert Millionen Unterthanen, und in allen frühem Jahrhunderten, ja in den Jahr-tausenden der früheren Eroberungen durch verschiedene Nationen besaß dieses Volk, dasdurch die Verderbnisse des Kastenwesens und des Kastengeistes in Sklaverei gefallen war,keine gleich guten, zu neuer Entwicklung zuführenden Zustände als jetzt. Wo ist das Reichin der Welt, welches selbst seinen eroberten Ländern und allen seinen Colonieen neben der voll-sten Eigenthums- und Religionsfreiheit und Gestattung der nationalen Sprache und SittePreßfreiheit, Schwurgericht und freie Municipalverfassung und wo möglich auch Par-lamentsverfassung selbst begründete? Wo das, das wie England aus all seinen zahl-reichen Colonieen keine Steuern bezieht, sondern noch Geld aus dem Staatsschatz für sieverwendet ? Wo findet sich ferner das Reich, aus welchem seine beherrschten Colonieen,wenn sie sich frei machen, in solcher politischen Bildung und Freiheit aus dessen Oberherr-schaft hervorgehen könnten, wie es früher die Nordamerikaner thaten, später sicher dieCanadier thun werden ? Wo gab es überhaupt jemals eine gleich große, gleich mächtigeund reiche und zugleich ebenso freie Nation als die der Briten, mit ihrer vollkommen-sten persönlichen Freiheit, die irgend wo bestand, mit ihrer Herrschaft und mit ihrem mäch-tigen Schutz jedes britischen Unterthans in allen Weltlheilen? Und mag denn, wer dieenglischen Zustände und die oftmals so schwierigen, langwierigen und opservollen Kämpfeder Engländer gegen die Spanier, Holländer, Franzosen gründlich betrachtet, einemandern Volk einestheils größere Freiheit und vollends persönliche und Privatfreiheit, undanderntheils entschlosseneren und beharrlicheren aufopferungsfähigeren politischen Gemein-geist zuschreiben? Welches große, mächtige Volk der Erde hat wohlthätiger auf die all-gemeine Freiheit und Cultur der Menschheit gewirkt? Wahrlich, es ist wahrhaft jammer-voll und vernichtet jedes Lob jedes Volks der Erde, auch den größten und herr-lichsten, den muthvollsten Handlungen nur selbstsüchtige Motive unterschieben zu wollen.Es ist wahrhaft kindisch, nur verwerfliche Selbstsucht bei an sich löblichen Bestrebungenzur Ehre der Menschheit auch dann finden zu wollen, wenn diese Bestrebungen, sowiez. B. die siegreiche Durchführung der allgemeinen Anerkennung der Verwerflichkeit allerSklaverei und die Aufhebung der Negersklaverei, durch die Kraft der sittlichen Idee, wiesie den unsterblichen Wilberforce mit seinen Genossen im Parlamente endlich un-widerstehlich machte, hervorgerufen wurden; sie etwa deshalb auch hier zu finden,weil solche sittliche Bestrebungen in der politischen Ausführung mit dem Staatsinteresse po-litisch vereinigt wurden. Läßt sich mehr fordern von dem Staat in seinem stets gefahr-vollen Kampfe für seine Existenz und Macht im unsicheren Völkerverhältniß? Wo istund was wäre der Staatsmann, der seines Vaterlandes Macht großmüthig den andernVölkern hinopferte ? Kann man mehr von ihm fordern, als daß seine Politik, geleitet vonsittlichen patriotischen und humanen Ideen, deren Verwirklichung mit dem Wohle desVaterlandes zu einigen weiß?

Kurz Der soll gar nicht mehr sprechen von Staat und sittlichem patriotischem Gemein-geist , der sie den germanischen Völkern, der sie den Briten absprechen will.

Aber freilich, wie schon erwähnt, aristokratische und priesterliche und zuletzt absolu-tistische und polizeiliche Freiheitsunterdrückung haben sie insbesondere bei uns Deutschenseit mehreren Jahrhunderten gar sehr unterdrückt und in den Hintergrund gestellt. Daläßt sich denn allgemein und durchgreifend nur helfen durch Freiheit, welche alleingenügend wirksam, kräftig und lebendig die Menschen und ihren sittlichen Gemeingeist er-zieht und bildet, während die absolute Herrschaft stets und überall verunedelt, verdirbt undknechtisch macht. Doch muß auch schon vorher die wahre Aufklärung solche Täuschungen

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