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2 (1846) [Aus - Cal]
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Baiern.

Die baierischm Truppen mußten nun mit den napoleonischen Heeren 1807 gegen diePreußen und Russen, 1809 gegen die Oesterreicher kämpfen. Der Wiener Friedensschlußvon 1809 vergrößerte dafür den Staat mit Salzburg, Berchtoldsgaden, dem Jnnviertelund dem größten Theile des Hausruckviertels, zusammen 260 Qu.-Meilen mit 410,000Einwohnern, wogegen nur einige Abtretungen an Würtemberg (Ulm -c.) und an Würz-burg zu leisten waren, zusammen etwa 42 Qu.-Meilen mit 130,000 Menschen. Min-der vortheilhaft war ein im Jahr 1810 vorgenommener Tausch, indem Baiern den süd-lichen (fruchtbarem) Theil von Tyrol an das Königreich Italien und die illyrischen Pro-vinzen überlassen mußte und dafür die Fürstenthümer Baireukh und Regensburg Erhielt,—90Qu.-Meilen mit 270,000 Einwohnern gegen die abgetretenen l 80Qu.-Meilen und300,000 Menschen. -- Im russischen Feldzuge von 1812 ward die baierische Armee von30,000 Mann völlig aufgerieben, mehr durch Kalle und Mangel als durch das feindlicheSchwert. Ein neues Heer wurde ausgehoben und an der österreichischen Granze ausge-stellt. General Wrede führte dasselbe an. Dieser General schloß nun noch vor der Zeitder Leipziger Schlacht mit den Osterreichernzu Ried einen Vertrag ab(8.Oct. 1813), nachwelchem Baiern in die Reihe der wider Napoleon Verbündeten übertrat. Der mächtigstewar sohin auch der erste der Rheinbundesstaaten, welcher sich an die Feinde der Franzosenanschloß, und dies zwar ehe noch das Waffenglück gegen dieselben entschieden hatte undsohin eine äußere Nöthigung eingetreten war. Unbegreiflicher Weise war der desfall-sige Vertrag aber auch in materieller Beziehung äußerst ungünstig für Baiern. — Wre-de's kaum begreifliche Ungeschicklichkeit opferte sodann bei Hanau einen großen Theil einesnun vereinigten baierisch-österreichischen Heeres auf. Der Rest der baierischen Trup-pen machte den Feldzug von 1814 in Frankreich mit. Zufolge des Rieder Tractatsund des Wiener Friedensschlusses erhielt Baiern seinen jetzigen Territorialbestand: esmußte Tyrol mit Vorarlberg, Salzburg, das Inn- und Hausruckviertel abtreten und er-hielt dafür nur als höchst ungenügende Entschädigung: Würzburg, Aschaffenburg und dieRheinprovinz (die sogenannte Pfalz). — Mit Recht ist gerügt worden, daß WredeBaierns Interessen bei den Verhandlungen und Tractaten sehr ungenügend und unge-schickt vertreten habe: eine baierische Armee, sich anlehnend an die des Vicekönigs vonItalien, hätte zur Zeit des Rieder Tractats ganz andere Bedingungen erlangen können,wie sogar später noch das kleinere Würtemberg und Baden thatsächlich bewiesen!Von der Mitwirkung zum Pariser Friedensschlüsse ließ Wrede Baiern sogar gänzlichausschließen!

Während der Rheinbundeszeit wurden viele französische Einrichtungen auch nachBaiern verpflanzt, namentlich was das Heerwesen betraf, (Militairorganisation, Eon-scription und Landwehr). Es wurden im klebrigen aber nicht gerade immer die bestenderjenigen Institute herübergepflanzt, deren sich Frankreich selbst unter dem Gewaltherr-scher Napoleon erfreute. Im Allgemeinen herrschte unter dem Ministerium des geist-vollen und kräftigen Montgelas ein erleuchteter Despotismus. Mag man die-, sen in mancher Beziehung für nothwendig halten unter den damaligen innern ZuständenBaierns und den äußern Zeitverhältnissen, — immerhin war er von entsetzlichen, oft em-pörenden Misbräuchen der Gewalt begleitet. In Wirklichkeit regierte Montgelas weitmehr als der im Allgemeinen gutmüthige König Max. Die meisten Misstände kannteder Letzte nicht, da er sich um die eigentliche Regierung nur wenig bekümmerte, andere ab-zustellen gebrach ihm die Kraft, zuweilen selbst der nöthige Wille "). Montgelas, durchden Baiern materiell groß und geistig wenigstens mehrfach auf den Weg des Lichts gebrachtworden, blieb auch nach Napoleon's Sturz an seinem Posten. Dem deutschen Bundes-

15) Sehr merkwürdige Enthüllungen darüber finden sich in den „Memoiren des (geist-vollen und scharf beobachtenden) Ritters von Lang." So viele scharfe Anklagen derselbe ge-gen eine Menge bestimmt bezeichneter Personen und Familien erhebt, so ist doch noch nichteine einzige der von ihm berichteten Lhatsachen als unwahr bezeichnet worden. Daß das Pu-blicum ein Verbot des Buches in Baiern nicht als Widerlegung, sondern weit mehr alsBestätigung betrachtet, ist begreiflich.