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2 (1846) [Aus - Cal]
Entstehung
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46 Baden.

Summe) verringert; doch fand gleich im Jahr eine Ueberschreitung in beidenRubriken, jede von ungefähr 300,000 Fl. statt, ungerechnet einen Ausgaberückstandvon 338,000 Fl. Das dem Landtag von 1822 vorgelegte Budget setzte den Ausgabeetatauf 9,170,000 Fl. fürs Jahr U und auf 9,125,000 Fl. fürs Jahr ZZ fest, cs kam aberkeine Vereinbarung darüber zu Stande. Im Jahr 1825 waren 9,323,229 Fl. verlangtund auch bewilligt worden. Im Jahr 1828 wurden 9,832,200 Fl. begehrt und nebendenselben noch unter dem Titel eines außerordentlichen Budgets 785,000 Fl. gefordert.Die Kammern genehmigten Alles.

Der Staatsschuldenstand, welcher am Schlüsse des Rechnungsjahres 18fH mitEinschluß der unfundirten Schuld per 2 Millionen auf 16,036,000 Fl. berechnet war,betrug am 1. Juni 1820 (mit Einschluß des von der Ständeversammlung des besagtenJahres bewilligten theils zur Tilgung der unfundirten Schuld, dann aber auch zuaußerordentlichen Eapitalsheimzahlungen bestimmten neuen Anlehens von 5 MillionenGulden) die Summe von 16,147,000 Fl.; am letzten Mai 1821 aber in Folge bedeu-tender Eapitalsheimzahlungen nur noch 15,130,050Fl., und am Schlüsse des Rechnungs-jahrs 18z.^ nur noch 14,383,300 Fl. Die Schuldentilgung würde von da an einen raschenFortschritt gewonnen haben, wenn nicht durch die an die Standes- und Grundherren füraufgehobene Leibeigenschafts- und Frohndlasten und vielnamige atte Abgabenzu leistenden Entschädigungen eine alljährlich schwellende neue Schuldenmasse sich angehäufthätte, so zwar, daß im Jahr 1831 die Staatsschuld sich noch auf 15,775,000 Fl. und amSchlüsse des Rechnungsjahres 18HA auf 15,333,895 Fl. (wovon jedoch der Activstand derAmortisativnscasse mit 2,358,850 Fl. abzuziehen ist) belief.

Im Jahr 1830 (den 30. März) starb Großherzog Ludwig. Sein Bruder undNachfolger Leopold (der älteste von Karl Friedrich's Söhnen aus zweiter Ehe) er-freute gleich bei seinem Regierungsantritt sein Volk durch die feierliche Zusage tueuer Fest-haltung an der Constitution, dann auch durch mehrere dem Lande wohlthätige Regierungs-handlungen. Hoffnungsvoll blickte Baden, blickte Deutschland dem neu aufgehenden Sternentgegen. Die Juliustage in Paris, welche in vielen Ländern der deutschen Zunge gewalt-same Volkserhebungen zur Folge hatten, störten Badens Ruhe nicht; man vertraute seineHoffnungen der bürgerfreundlichen Gesinnung des jugendlichen Fürsten und dem kommen-den Landtag. Dis Vollmacht der 1825 gewählten Deputirten war erloschen; für den Land-tag von 1831 wurden die neuen Wahlen angeordnet und die Regierung ließ dieselbenfr er. Ein reges Leben durchströmte jetzt das Volk; die Wahlen gingen fast ohne Aus-nahme im liberalen, ächt konstitutionellen Sinne vor sich. Die im Jahr 1825 gewaltsamunterdrückten Stimmen der Verfassungsfreunde machten sich Luft und legten durch dasEr-gebniß der Wahlen das eindringlichste Zeugniß ab für die Gesinnung der großen Mehrheitdes Volks. Nur sehr wenige Mitglieder der vorigen Kammer wurden wieder gewählt,und eben so nur sehr wenige aus den 29 ministeriell Stimmenden in der-Schlußsitzung derKammer von 18Z^. Dagegen wurden mehrere als konstitutionell gesinnt Anerkannte in2 oder mehreren Bezirken zugleich gewählt, und insbesondere der Hosrath v. Rotteck,gegen dessen Erwählung sowohl in die erste als in die zweite Kammer 1825 und 1828 dieMinister mit dem allerheftigsten Eifer aufgetreten waren, von fünf Bezirken zum Ab-geordneten in die zweite Kammer ernannt. Jetzt erhielt auch der freisinnige Hofcath Wel-cker den edlen Ruf, als Volksvertreter zu wirken, in Gemeinschaft mit fast allen wackernDeputirten der Kammer von 18Z§ und mit einer Anzahl gleich trefflicher, jetzt zum ersten-mal in den ständischen Saal tretender Männer. Die Minister Ludwig's, von Berstettund v. Berkheim, reichten nach solchem Wahlergebniß ihre Entlassung ein. Unter solchen'Auspicien begann der Landtag von 1831.

Derselbe bietet anerkannt einen der schönsten Glanzpunkte des konstitutionellenLebens in Deutschland dar, und viele edle Früchte seiner zehnmonatlichen Arbeiten bleibenals Denkmale seines Geistes zurück, obschon die seitdem eingetretenen Stürme einige der kost-barsten wieder zerstört haben. Aber der Raum dieser Blätter erlaubt uns nur eine sum-marische Aufzählung der Hauptergebnisse seines Wirkens.

DaserstewardieWiederherstellung der Verfassung. DerAbg.v. Jtzstein ^