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2 (1846) [Aus - Cal]
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Baden.

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lautendes Adelsedict, auf ein die Preßfreiheit verwirklichendes Preßgesetz, aufHerstellung einer deutschen Handelsfreiheit, auf Milderung der Jagdherr»lichkeit u. s. w., endlich welche Motion v Liebenstein sich selbst vorbehieltauf Verwandlung der Natural-Zehntpflicht in eine zu sirirende, doch ablös-liche, ihrem bisherigen Reinertrag gleichkommende Grundabgabe. Alle diese An-träge wurden von der Kammer beifällig, viele mit Enthusiasmus ausgenommen;mehrere gaben durch die darüber zu erstattenden Berichte und die Discussion derselbenden wohlbenutzten Anlaß zu der edelsten und kräftigsten Sinnesäußerung der Deputa-ten und zu einem derselben entsprechenden Aufschwung des öffentlichen Geistes im Volke.Unter den bemerkten Vorträgen haben ganz vorzugsweise das allgemeine Interesse in An-spruch genommen eineRede Li eben stein's über die Handelsfreiheit (merkwürdig zumaldurch eine scharfe Kritik der bisherigen Verhandlungen des Bundestags), sodann DesselbenBericht über die von dem wackern Abgeordneten Winter von Heidelberg erhobene, dieVerwirklichung der Preßfreiheit verlangende Motionseine wahrhaft klassische Abhand-lung über den an Wichtigkeit alle andern übertreffenden Gegenstand), und der von dem Ab-geordneten Winter von Karlsruhe (gegenwärtig Minister des Innern) erstattete vortreff-liche Bericht über das Adels edict, welcher bei den Standes - und Grundherrn und denHofleuten eben so viel Zorn erregte als Freude im Volk und Beifallsruf in der Nation.

, Die ganz neue, ja fast ungeahnt eingetretene Erscheinung eines so lebenskräftigenöffentlichen Geistes in der zweiten Kammer und im Volk erschreckte die privilegicten Ständeund die Freunde des Absolutismus. Sofort erschien ein schroffer Antagonismus der Rich-tung , als dessen bedeutungsvollstes Organ die Adelskammer auftrat, und erhob sich eineanfangs in Geheim, bald aber auch öffentlich thätige Reaction, an deren allzu glücklichen Be-strebungen die durch die ersten Erfolge ermunterten Hoffnungen der Liberalen scheiterten.

Zwar auch in der Adelse- oder sogenannten erstenKammer waren anfangs frei-sinnige Stimmen erklungen und tönten einige wenige auch bis zum Ende fort. So erhobder Freiherr v. Türkheim (jetziger Minister des Auswärtigen) eine Motion auf Ein-leitung zu einer allgemeinen deutschen Gesetzgebung, der Freiherr v. Badeneine auf Erhebung und Veredlung desAdvocatenstandes, der BisthumsverweserFreiherr v. Wessenberg eine auf Befriedigung einiger der dringendsten sittlich-religiösen Bedürfnisse im katholischen Theile des Landes gehende, und der Ab-geordnete der Universität Freyburg, v. Rotteck, einen Antrag auf Wiederherstellung der(durch eine Reihe von Regierungsverordnungen äußerst verkümmerten) Studien-freiheit, und einen andern auf Handhabung der (durch päpstliche Eingriffe verletzten)Freiheit und Selbstständigkeit der katholischen Landeskirche; und es er-freuten Ms alle diese Motionen einer geneigten Aufnahme und fast allgemeiner Zustim-mung. Aber allmälig änderten sich Ton und Richtung und es geschah dieses zumal indem Maße, wie nach und nach die von der zweiten Kammer genehmigten, den Anhängerndes historischen Rechtes widerwärtigen Anträge an die erste Kammer gingen. Die An-träge auf Abschaffung der Herren froh n den und der Naturalzehnten insbeson-dere gaben schon zu lebhaften Verhandlungen Anlaß, namentlich als der Abg. v. Rotteckdurch seine eigenen Anträge jene der zweiten Kammer noch überbot, d. h. in Bezug aufdie zu statuirenden Bedingnisse der Abschaffung zu Gunsten der bisher Pflichtigen einMehreres in Anspruch nahm, als die zweite Kammer gethan hatte. Schon wurde jetztfast unumwunden von revolukionairen Tendenzen und NiveUirungsplanen gesprochen unddie Anträge nicht nur Rotteck's, sondern auch der zweiten Kammer verworfen. Lebhafterwurde die Aufregung, als die in Bezug auf das Adelsedict gefaßten Beschlüsse der zwei-ten Kammer an die erste kamen. Hier erstattete nehmlich der Freiherr v. Türkheim einenzwar sehr geistvollen, aber zugleich höchst Kittern und gegen den Berichterstatter in der zwei-ten Kammer und gegen die demselben zustimmende Partei in derselben den Vorwurf des 'Einebnens und Umstürzens" aussprechenden Bericht, welcher hinwieder zu sehrscharfen Gegenreden der Angegriffenen in der andern Kammer Anlaß gab- Die Dis-cussion des v. Türkheim'schen Berichts und des demselben unter dem TitelMinori-tätsbecicht" entgegengestellten Separatvotums eines Commisstonsglieds (Rotteck's),