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2 (1846) [Aus - Cal]
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34 Baden.

ihnen die Hauensteinischen, die Hegauischen, Fürstenbergischen und Klekgauischen Bauern,und vom Oberrhein, wo der Waldshutische Pfarrer und Reformator Hubmeier eifcigstfür ihre Unterhaltung arbeitete, verbreitet« sich die Flamme des Aufruhrs durch die übrigenGaue Deutschlands. Die Forderungen der Bauern waren anfangs billig: sie wollten Er-leichterung des Feudaldrucks und des größtentheils völlig widerrechtlich aufgezwungenenleibeigenschaftlichen Zustandes und Freiheit des Glaubens; aber indem man ihnen solcheshart und unklug versagte, führte man jene greuelhaften Ausschweifungen selbst herbei, wo-mit das Andenken des Bauernkriegs befleckt ist. Sein Mißlingen haben aber die Städtedurch ihre stolze Theilnahmlosigkeit verschuldet; denn wäre der Bürger dem Landmann bei-getreten, so würde sich auch ein Mann gefunden haben, welcher im Stande war, der viel-köpfigen Masse eine Seele zu geben, und die Ketten des Feudalismus waren schon damalsgesprengt worden!

Markgraf Christoph hatte die badischen Lande unter seine drei Söhne, Bern-hard, Philipp und Ernst, getheilt; nach dem baldigen Tode des Mittlern aber theiltendie beiden andern nochmals und gründeten durch ihre Nachkommenschaften die beiden Li-nien von Baden-Baden und von Baden - Durlach. Markgraf Bernhard istauch derjenige Fürst, welcher die Reformation zuerst in seinen Landen eingeführt hat;Ernst erklärte sich nicht dafür, beförderte sie aber aufs thätigste, wie er denn 1529 zuDurlach die lutherische deutsche Bibel drucken ließ, die Geistlichkeit zum Vortrag desunverfälschten Wortes Gottes ermahnte, ihr die Ehe erlaubte und mehrere Klöster aufhob.Um so eifriger betrieb dagegen sein Sohn Karl!, die Einführung derselben, nachdem er1555 der Augsburgischen Eonfession beigetreten war. Es gelang ihm auch so gut, daßnicht nur Pfor zheim mit der untern Markgrafschaft die auf seinen Befehl verfaßte neueKicchenordnung sogleich annahm, sondern 1557 auch schon in den obern Landen, nament-lich zu Lörrach, evangelisch gepredigt wurde. Und während nun Karl's Nachkommen-schaft der protestantischen Eonfession treu blieb, führte Bernhard's Enkel, MarkgrafPhilipp ll. von Baden-Baden, die katholische an seinem Hofe und in seinem Landewieder zurück, ein sonst einsichtsvoller und verdienter Fürst, welcher über das ForstwesenManches nützlich verordnte, in der Grafschaft Eberstein die Leibeigenschaft auf-hob und aus der Sammlung Bernhard's l. wie aus den Verordnungen der bisherigenMarkgrafen und aus dem würtembergischen Landrecht ein neues badisches zusammen-kragen ließ. Da er unvermählt starb, so siel das Baden-Badensche Erbe ganz ansei-nen Neffen, jenen durch seine Laster und Verbrechen berüchtigten Markgrafen EdunrdFortunat, dessen Urenkel Ludwig Wilhelm, mit seinem in 26 Feldzügen und 13siegreichen Schlachten als unüberwundener Feldherr erworbenen Heldenruhm, allein ver-mochte, ein solches Andenken und die übrigen Makel der Baden - Badenschen Linie vergessenzu machen! Karl II. hatte seine Residenz von Pforzheim nach Durlach verlegt, wovon seinen drei Söhnen Georg Friedrich den Stamm fortpflanzte, ein ebm so edel-gesinnter als unglücklicher Fürst, der durch seine eifrige Theilnahme an dem Kampf derprotestantischen Waffen während des 30jährigen Krieges Land und Vermögen einbüßte,namentlich durch die Niederlage bei Wimpfen, aus der ihn nur die hrldenmüthige Auf-opferung von 400 P so rz he im er n errettete. Der Sohn seines Enkels war FriedrichMagnus, welcherinKarl Wilhelm den Gründervon Karlsruhe hinterließ undden Großvater Karl Friedrich's, des Gründers vom gegenwärtigen Großherzogthum.

Karl Friedrich, der Sohn des als Jüngling verstorbenen Erbprinzen Friedrich,trat 1746 nach einer 8jährigen Vormundschaft dis Negierung seiner Lande an, welche da-mals kaum 30 m Meilen betrugen, und nach 50 Jahren sah er dieselben um nicht wenigerals das Zehnfache vermehrt! Die erste Vermehrung geschah 1771 bei dem AbsterbenAugust Gevrg's, des letzten Markgrafen von Baden-Baden, durch den Anfall derBaden-Badenschen Lande in Folge eines Erbvertrags von 1765. Nach dem Aus-bruche der französischen Revolution verlor Karl Friedrich zwar seine Besitzungen aufdem linken Rheinufer durch Abtretung an Frankreich, womit er sich für sein Land den Frie-den erkaufte; gewann aber 1801 durch den Frieden von Lüneville als Entschädigung(zugleich mit der kurfürstlichen Würde) alle diesseits des Bodensees und Rheins gele-