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2 (1846) [Aus - Cal]
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Baden.

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hältnisse, ließ die verschiedenen Landrechte schriftlich aufzeichnen und vermehrte (wie diesAlles in der benachbarten Rheinpfalz damals auch Kurfürst R uprecht II. und dessenSohn Kaiser Ruprecht I. thaten) seine Lande durch neue Erwerbungen, namentlich durchden Ankauf der Herrschaft Hachberg von dem letzten Sprößling der Hachbergischen Ne-benlinie des Hauses Baden. Bis dahin hatte dasselbe nicht das Ansehen und den Einflußgenossen, wie die benachbarten, in Vergrößerung ihrer Landesgebiete eifrigem und glück-lichem Hauser Pfalz, Würtemberg und Oesterreich; aber seit dem Auftreten Mark-grafBernhard's, welcher die Eigenschaften eines weisen und kriegerischen Fürsten in sichvereinigte, erscheint cs neben denselben, und durch seine drei würdigen Nachfolger wurdeder Ruhm des badischen Namens bleibend gegründet. Es waren Jacob I., welcher diehalbe Herrschaft Lahr und Mahlberg kaufweis und die halbe Grafschaft Sponheim durcheinen Erbvertrag erwarb; Karl l., den der Kaiser zum Reichsvogt über dieOrtenau machte,und ChristophI., welcher von dem letzten Sprößling der Hachbergischen Nebenlinie vonSausenberg zum Erben dieser Landgrafschaft eingesetzt wurde. So sehen wir jetzt einengroßen Theil von den Besitzungen der zähringischen Herzoge in der Hand ihrer Enkel wie-der vereinigt, und innerhalb dreier Jahrhunderte fügte es sich, daß das Meiste davon,und zwar die eigentlichen Stammlande, die Baar, der Schwarzw ald und Breisgau,wieder völlig an dieselben gelangt sind.

MarkgrafEhristoph I. starb im ersten Jahrzehent der Reformation,zu deren Vor-bereitung er wahreüd seiner halbhundertjährigen Regierung durch thätige Beförderung derWissenschaft selbst Vieles beigetragen hatte. An der Wiederaufnahme der wissenschaftlichenCultur im 15. Jahrhundert und an der indem 16. erfolgten Reformation gebührtauchden alt- und neu badischen Landen der Ruhm eines besondern Antheils. Denn sowohlan den beiden Universitäten zu'Heidelberg und Freyburg, als an dem pfälzischenund markgräflichen Hofe lebten eine nicht geringe Anzahl ausgezeichneter Männer,deren Wirken den Fortgang der Aufklärung rühmlichst beförderte; mrd waren nicht Reuch-lin und Melanchthon geborne Badener? Jener brachte mehrere Jahre in Heidelbergzu, wo sein Bruder das Griechische las, wo Wessel (>»x imirxli) und Wimphelinglehrten, wo Melanchthon studicts und Oekolampad als Erzieher von den Söhnendes Pfalzgrafen P h i l i p p lebte, dieses eifrigen Beförderers der Wissenschaft, um welchensich damals auch Ce lt es, Agri co la und Dalberg versammelt hatten. An der Frey-burgischen Hochschule aber-glänzten Zasius, Mynsinger, Erasmus, Glareanund der Verfasser der ersten Encyklopädie des menschlichen Wissens, Georg Reisch(nrscihim Oei-maniae) aus dem Breisgau. Noch mehr Antheil hatten die jetzt badischenLande an der damals mit der kirchlichen zugleich versuchten politischen Revolution, dieaber freilich wegen ihres misglückten Ausganges nur mit Schmach in die Geschichtbücherverzeichnet ist. Das Elend, worein das Landvolk schmachtete und worin es die Anmaßun-gen des Adels und der Geistlichkeit und die Verdrängung des einheimischen Rechts durchdas römi sehe gestürzt hatten, mußte man da am meisten fühlen, wo neben dem größtenDruck noch viele Reste der alten Freiheit in den Gerichten, Sitten und Gewohnheiten vor-handen waren, und wo durch die Nachbarschaft der Schweiz seit Langem her eine geheimeSehnsucht nach gleicher Befreiung in den Gemüthern genährt wurde. So die Klekgauerund Stühlinger mit ihren freien Landgerichten, und jene überdies seit 1488durch einBurgrecht mit Zürich verbunden; so die Hauensteiner mit ihrer freien Einungsver-fassung, und schon st468 und 1499 (im alten und neuen Schweizerkrieg) voll Hoffnung,schweizerisch zu werden. Die allgemeine Verschuldung des Landvolks und die daher fließendeLebensnoth, welcher die Obrigkeit nirgends abzuhelfett suchte, hatte im Elsaß schon 1493eine Verschwörung veranlaßt, deren Zweck war: keine Schulden mehr zu bezahlen, die Ju-den zu verjagen, um ihr Vermögen einzuziehen, und die Geistlichen aufeine Pfründe her-abzusetzen. Als Zweige dieser Verschwörung erschienen hierauf 1502 der Bundschuh imBruhrhein, 1513 der im Breisgau, und 1514 der in der Markgrafschaft Ba-den. Sie wurden sämmtlich unterdrückt; aber 1524 gaben die Stühljngischen Unter-thanen durch ihre Empörung gegen die Tyrannei des Grafen von Lupfen den ersten Stoßzur allgemeinen Entzündung des lang gesammelten Brennstoffs. Bald verbanden sich mitStaats-Lerikon. II. 3