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Baden.
fen zu machen strebte. Pfullendorf wurde durch Kaiser Friedrich II. eine Reichsstadtund Heidelberg die Residenz der rheinischen Pfalzgrafen aus dem Hause W ittels-bach, welche dort 1376 die Universität errichteten. Die meisten der übrigen jetzt badi-schen Städte entstanden während des großen Awischenreichs, und zur Zeit König Rü-de lp h's I. zählen wir deren wenigstens schon 50.
Das Haus Zahri ngen erlosch 1218 mit BertholdV., welcher aus Sparsamkeitdie ihm angebotene Kaiserkrone ausgeschlagen hatte. Die hinterlassene Erbschaft siel sofortan seine beiden Schwestern (denn die zahringischen Agnaten, die Herzoge von Teck und' Markgrafen von Baden, waren durch frühere Todttheilungen davon ausgeschlossen).Agnes, die ältere und Gemahlin des Grafen von Urach, erhielt die Stammgüter imBreisgau und auf dem Schwarzwald, namentlich Freyburg, Neuenburg, Villingen undHaslach; Agnes, die jüngere aber, die Gemahlin des Grafen von Kiburg, die Besitzun-gen in Helvetien (Bern, Zürich, Freyburg im Uechtland, Solothurn, Nheinfelden und Of-fenbucg zog der Kaiser zu Händen des Reichs). Später theilte sich das Urach i sch e Hausin zwei Linien, wovon die eine Freyburg, die andere aber Villingen und Haslach besaß undsich von Fürstenberg schrieb. Sie blühet noch bis auf diesen Tag, während jene im15. Jahrhundert ausstarb, nachdem sie 1367 durch vielfache Bedrückungen und Kränkun-gen die Stadt Frey bürg eingebüßt hatte, welche sich nun, wie kurz vorher schon Villin-gen, unter die Herrschaft von Oesterreich begab. Hierdurch gewann das Erzhaus indem südwestlichen Theile von Deutschland ein besonders vorherrschendes Ansehen und esbildete sich daselbst ein großes Fürstenthum unter dem Namen Vorderösterreich. Aberobwohl die Herzoge manche wohlthatige Einrichtung trafen und namentlich zu Frey bürg1456 die Universität stifteten, so wirkte der Geist ihrer Regierung keinesweges wohlthätigaus das Land. Unter einer scheinbaren Milde verbarg sich eine stete Begierde nach Ver-größerung und despotischer Gewalt; der Adel opferte sich in den Kriegen des Hauses un-belohnt auf; die Klöster wurden zwar in Processen gegen ihre Unterthanen begünstigt, aberbei Kriegszügen und zu Beisteuern unaufhörlich in Anspruch genommen, und so auch dieStädte, deren früheres schnelles Gedeihen und deren freie Verfassung nach dem Anfalle anOesterreich mehr und mehr Noth litten, so wie namentlich das ehedem sokräslige Ge-meinwesen von Freyburg!
Ein besseres Schicksal hatten die mittleren Gegenden des jetzigen Großherzogthums,wo sich das Haus Baden entwickelte. Jener Sohn Herzog Berthold's l., welcher dieVerwaltung der Mark Verona erhalten hatte, und dem von dem zähringischen Stamm-gut die Herrschaft Hachberg im Breisgau mit noch andern Besitzungen in den nördlichenGauen todttheilig waren ausgeschieden worden^ floh bei dem Unglücke seines Vaters in einKloster (wo er 1074 im Ruse der Heiligkeit verstarb), hinterließ aber von seiner GemahlinJudith einen gleichnamigen Sohn, der mit Jtha von Henneberg das Geschlecht fort-pflanzte. Nun gehörte die Burg Baden im Ufgau mit benachbarten Gütern und dengrafschaftlichen Rechten dieses Gaues entweder schon zu den altzahringischen Besitzungen,oder Judith war eine Tochter des dort einheimischen Grafen von Eberstein und brachtesie als Mitgift ihrem Gemahls zu, oder sie kam aus dem großentheils auch im benachbartenPsinzgau liegenden Hennebergischen Familiengut erst durch die Hand Jtha's an Her-mann II., der sich 1130urkundlich Markgraf von Baden nannte. Wie dem abersei, auf der Grundlage dieser Uf- und Psinzgauischen Besitzungen errichteten die Nach-kommen Herma nn's des Heiligen ihre Dynastie, welche 1280 unter Rudolph l.zum erstenmal als ein zusammenhängendes Fürstentbum mit dem Namen einer Mark-grasschaft erscheint. Sie zog sich von Graben bis hinauf gegen Achern, und vomRhein bis theils auf die Höhe des Gebirgs, theils über dieselbe an die Enz und Nagold hin-ab und wurde 1291 in dieObere mit Baden, und in die Untere mit Pfo rzheimals Hauptstadt, getheilt. Da spater zu vielfachem Nachtheile des Hauses noch mehrereTheilungen erfolgten, so errichtete Markgraf Bernhard I. oder Große einen Familien-vertrag, wornach die sämmtlichenbadischen Lande ein unveräußerliches Familiengutbleiben und nie in mehr als zwei Theile getrennt werden sollten. Eben dieser vortrefflicheFürst ordnete und verbesserte dis Landesverwaltung, berichtigte die verwickelten Lehnsver-