Baden.
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durch seinen Reichthum und Glanz, dieses durch seine strenge Zucht. Neben ihnen gab eszur Zeit der Hohenstaufen in dem Umkreis des jetzigen Großherzogthums noch gegen dreißigsolcher Anstalten, und man muß anerkennen, daß von diesen Mönchen sowohl ein großerTheil des Landes urbar gemacht und überhaupt die Landwirthschaft sehr befördert, alsauch in Kunst und Wissenschaft manches Verdienstliche geleistet worden ist.
Nach Aufhebung der herzoglichen Würde von Allemannien führten sogenannteKammerboten die Controls über die Grasen der verschiedenen Gaue- Und es mochte nuneine feine Politik sein, daß man dieses Amt den Sprößlingen des Gottfri edischen Hau-ses übertrug, welches noch immer sehr verbreitet und im Besitze mehrerer Grafschaften war,'namentlich in der Baar, welche auch nach dem Enkel Herzog Gottfried's — Bertholds-Baar genannt wurde. Aber es bedurfte eben deswegen nur eines entschlossenen Mannes,der eine günstige Zeitlage zu benutzen wußte, um die seinen Vätern entrissene Würde wie-der zu erringen! Und wirklich unternahm dies Erchang er, welcher sich im Volke auchunschwer als Herzog würde behauptet haben, wenn nicht die Jntriguen des berühmten Bi-schofs Salomon von Constanz und des aus Rhätien stammenden Grafen Burkhardihn gestürzt hatten; Erchang er wurde 917 mit seinem Bruder enthaupte! und der rhä-tische Eindringling zum Herzog ausgerufen.
Doch wie sehr nun das Burkhardische Haus sichln Allemannien auszubreitensuchte, so blieben doch die meisten Grafschaften mit einem großen Grundbesitze bei demGottfriedischen, namentlich im Thurgau, Klekgau, Albgau, in der Baar und imBreisgau; und wir sehen bald zwei Fürstengeschlechter aus ihm hervorgehen, welche unterdie berühmtesten der deutschen Geschichte gehören: das Zähringische und Habsbur-gische. Denn am Schlüsse des 10. Jahrhunderts theilte es sich, und was an Eigen-oder Lehngütern vom Thurgau bis auf die Höhe des Schwarzwaldes lag, fiel an Lanze-lin, den Vater Radbot's, welcher die Veste Habsburg gründete; die Besitzungenvon der untern Baar über den Schwarzwald bis in den Breisgau an Gebhard, den Vaterdes Erbauers der Burg Zähringen, des breisgauischen Grafen Bert hold, welchersich durch Verdienste um den Hof von König Heinrich III. die Anwartschaft auf das Her-zogthum Schwaben erwarb und somit als Stammvater der Herzoge vonZährin-g en erscheint. Er erhielt zwar anstatt Schwaben das entlegene Karnthen und verlor auchdieses 1073 wieder, und sein Sohn, der jenes ebenfalls erlangt hatte, mußte es an die Ho-henstaufen abtreten; aber es blieb dem Hause der herzogliche Titel und durch, die Ent-schädigung mit der Reichsvogtei des Thurgaus und dem Rectorate von Burgund sowohldie Reichsunmittelbarkeit als ein großes und einflußreiches Ansehen im ganzen südwest-lichen Deutschland. Diesen Einfluß vermehrten die Herzoge durch ihr thätiges Leben, wiesie denn wahrend eines steten Kampfes um Erhaltung ihrer Macht nicht nur an vielenReichsqeschäften und Kriegen der Kaiser Antheil nahmen, sondern in ihren Landern auchgegen 10Städte gründeten (Freyburg im Bceisgau, Villingen, Neuen bürg, Of-fenburg, Freyburg im Uechtland, Miedau, Uverten, Burgdorf und Bern),ein Verdienst, welches den zähringischen Namen der Nachwelt aufs Rühmlichste erhalten hat!
Durch eine so wohlthätige Herrschaft gewann die Cultur des Landes ungemein, undnamentlich wuchs-die Stadt Frey bürg im Breisgau zu einem blühenden Gemeinwesenheran, da ihm seine Stifter dieCölnsche Verfassung') ertheilt hatten, wornach nun auchdie Verfassungen der übrigen zähringischen Städte gemodelt wurden. Freyburg sollteein Handels- und Marktoct sein, deswegen genossen die zugehenden Kaufleute besonder»Schutz und Vortheil. Die Bürgerschaft war selbstständig bis auf die Vogtei des Herrn;sie besaß die freie Wahl der Rathsglieder, des Schultheißen und Leutpriesters und konntevon ihrem Gerichte an den Rath von Cöln appelliren; auch durste sich kein herzoglicherDienstmann ohne ihre Zustimmung in der Stadt niederlassen. Handel blühte damalsauch schon zu Constanz, wo sich die Bürgerschaft immer unabhängiger von den Bischö-
' I) Die älteste Vcrfafsungsurkundc von Freyburg hat Geistl. Rath I>r. H. Schrei-ber in dem Universitäts-Programm von IW zum erstenmal in ihrer ächten Gestaltherausgegeben.