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2 (1846) [Aus - Cal]
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30 Baden.

tentheils hieraus fließenden gegenseitigen Eifersucht sehr bemerkbar erscheint. EineGrundursache des Charakters der badischen Unterländer erklärt sich ohne Zweifel aus derbevorzugten Stellung, welche das ehemalige Rheinfcanken und die spätere Rhcin-pfalz, wozu dieser Theil des Großherzogthums vorzüglich gehörte, lange Zeit genoffenhat. Denn es'war ein Herzogthum, mit dessen Würde sich die Pipine und ihre Nach-kommen selber zierten; ein Land, wo sie am liebsten verweilten, wo am meisten königlicheHöfe waren, und welches man die Zierde und Stärke des Reiches nannte; ausdem auch der Eczpfalzgraf des Reiches hervorging, der es im Verlaus der Zeiten beim Em-porkommen der fürstlichen Würde als ein selbstständiges Fücstenthum (welches unterKaiser Friedrich II. durch Herzog Ludwig l. von Baiern an das WittelsbachischeHaus kam) an sich zu bringen wußte. Die Oberländer dagegen haben Vorzüge, die aufdem nicht minder biedern als kräftigen Charakter ihrer allemannischen Voreltern undauf der großartigem Natur ihres Bodens beruhen. Das Land überhaupt aber verdankt.seinen Vorzug der Cultur schon den Römern, alsdann den Klöstern in ihrer bessern Zeit,wie nachmals den Städten und Universitäten (Heidelberg und Freiburg) und endlich demGründer des Äroßherzogthums, Karl Friedrich dem Weisen! Nach der EroberungGalliens und Helvetiens trachteten die Römer auch nach Germanien und benutzten vorerstdas von den Markomannen verlassene Land zwischen der Donau, dem Rhein, Mainund Neckar zu einer Colonie, welche sie unter gallische Unterthanen und ihre Veteranen nachgewöhnlicher Vermessung (nach den Winkeln eines X.) austheilten (sgri clecuinste«) undnach Befestigung der Gränzen durch den s. g. Pfahlhaag und Hadrianischen Wall als einGränzland oder eine Vormauer des Reichs betrachteten (limvs üacumsuusj. Von denNiederlassungen der gallischen Ansiedler wie von den römischen Festungen, Tempeln, Bä-dern und Straßen sind Noch fast in allen Gegenden deutliche Spuren übrig,, und man darfdaraus schließen, daß der Anbau des Landes einen nicht geringen Grad mochte erreicht ha-ben. Am meisten blühte wohl die Bäderstadt an der Os (civitas aguensis), das heutigeBaden, welche von Caracalla den Beinamen ^»relis erhielt. Bis auf diesen Kaiserhatte das römische Vorland am Oberrhein glücklich geblüht; er aber reizte 213 durch einegrausame Treulosigkeit die gegen Nordost anwohnenden suevischen Stämme auf, welche so-fort in einer besondern Eidgenossenschaft unter dem Namen Allemannen sich wider dieRömer erhoben, dieselben nach einem mehr als 100jährigen, überaus blutigen und wechsel-vollen Kampfe von den Ufern des Rheins verdrängten und das eroberte Land unter sichverlo osten (daher Allod oder Anloos, der Jedem mit den zurückgebliebenen Bewohnernzugefallene Antheil, welchen er nun als freier Gutsbesitzer durch jene Besiegten als seineLeibeignen bebauen ließ). Und wie am Oberrhein die Allemannen, so machten es amMittelrhein die Franken, welche beide Völker sich diesseits des Stromes, wenn auch eifer-süchtig, doch ohne offenbare Gewalt, jenseits dagegen, wo es die Oberh er rschaft Gal-liens galt, um so blutiger berührten; bekannt genug ist die Schlacht bei Zülpich 496, durchwelche Chlodwig der Gründer der fränkischen Monarchie wurde.

Dem Ansehen und Einfluß eines so mächtigen Staates konnten die vereinzelten Völ-kerstämme in Deutschland nicht widerstehen; sie waren genöthigt, sich demselben anzuschlie-ßen, und so erschienen jetzt die Baiern und Alle mannen (oder Schwaben) als besondereunter königl. fränkischer Hoheit stehende Herzogthümer, wahrend sich im Norden derselbendie Herzogthümer Rhein- und Ostfranken auf uralt fränkischem Grunde bildeten.Nachdem aber dir Dynastie Chlodwig's durch die Usurpation der Pipine gestürzt wordenwar, mochten jene Herzoge dies als eine Gelegenheit betrachten, jhre ursprüngliche Selbst-ständigkeit wieder zu erringen, und daher die oft wiederholte Empörung namentlich der alle-mannischey Herzoge vom Hause Gottfrie d's, die endlich mit Auflösung des Herzogthumsdurch Pipin den Kurzen 748 unterdrückt wurde.

Indessen hatteAllemannien unter der fränkischen Oberleitung das Christ« n thumerhalten, größtentheils durch irische Missionare, welche, von den Königen und denGroßen des Landes begünstigt, die ersten Klöster gründeten oder deren Gründung veran-laßten. Vielleicht istSt. Fr iedolins Stift zu Säckingen das älteste in ganz Deutsch-land, zu den berühmtesten aber gehörten nachmals Reichen au und St. Blasien, jenes