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2 (1846) [Aus - Cal]
Entstehung
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Bacon.

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Lebens schienen indessen demselben eine andere Richtung geben zu wollen, der Baconnicht ungern folgte. Der englische Gesandte am französischen Hofe, Sir Pawlet,nahm den kaum siebzehnjährigen Jüngling mit sich nach Paris und brauchte ihn zu nichtunbedeutenden Geschäften, die er zu dessen Zufriedenheit besorgte. Da sein Vater aber zudieser Zeit starb und ihm nur geringes Vermögen hinterließ, gab er der Nothwendigkeitnach, vor Allem die Mittel seines Daseins zu sichern und die glänzenden Hoffnungen derZukunft den dringenden Forderungen der Gegenwart aufzuopfern. Er widmete sich mitEifer der Rechtswissenschaft und wählte den einträglichen Stand eines Anwalts, in dem ersich bald großen Ruf erwarb. Im Jahr 1593 ward er in das Haus der Gemeinen ge-wählt und zählte zu den Freunden des Hofs. Indessen erntete er mehr Ruf als Vermö-gen, und seine ökonomischen Verhältnisse wollten sich dabei nicht verbessern. Der Hof,für den er war, wollte ihm wohl; aber bei dieser wohlwollenden Anerkennung blieb es.Selbst Elisabeth begriff des jungen Mannes umfassendes Wissen und Tüchtigkeit undschätzte ihn; Cecil aber, ein praktischer Staatsmann, der das ganze Vertrauen der Köni-gin besaß und die Angelegenheiten des Landes leitete, hatte nicht die beste Meinung vonBacon, der sich ihm zu viel mit philosophischen Begriffen und Abstraktionen abgab, undwußte ihn als einen unbrauchbaren Ideologen von dem Staatsdienste fern zu halten. ' Zuden Gönnern Bacon's gehörte der Graf Essex, dessen Bemühung ihn zu befördern auchgewiß nicht ohne Erfolg geblieben wäre, hätte ihn nicht selbst die Ungnade seines Gebiete-rin getroffen. Wo die Gnade Alles gilt, nimmt auch die Ungnade Alles. Essex siel,und der Gefallene hatte keine Freunde und keine Verwandten mehr. Bacon, selbst Ba-.con verleugnete seinen Wohlthäter. Er that noch mehr und trat als sein Ankläger auf,weil er in dieser Rolle dem Hofe und der Königin zu gefallen hoffte. Er sollte aber sogleichden Werth aller Herrlichkeit dieser Erde, der er das Höchste geopfert hatte, was der Menschopfern kann Ehre und Gewissen kennen lernen, indem sein Opfer ihm den gehoff-ten Lohn nicht erwarb. Vergebens war er' an seinem Freunde zum Verräther geworden,wenn er nichts Scklimmeres war und er wirklich Etwas zu verrathen hatte; Bacon warüber den Undank des Hofes so entrüstet, vielleicht auch durch die öffentliche Verachtung sogekränkt, daß er sein Vaterland verlassen wollte. Mil der Thronbesteigung Jacob's I.änderte sich in England gar Vieles, so auch das Schicksal Bacon's. Der Dank derneuen Regierung söhnte ihn mit seinem Loose und dem Vaterland, das er gegen die Fremdehatte vertauschen wollen, wieder aus. Er ward zum Ritter ernannt und stieg schnell vonStufe zu Stufe bis zur Würde eines Lord Grofikanzlers (1619). Zum Pair des Reichsernannt erhielt er den Titel eines Baron von Verulam, den er bald gegen den eines Gra-fen von St. Alban vertauschte. Die Ergebung, mit welcher er sich an den allmächtigenGünstling des Königs, den Herzog von Buckingham, angeschlossen hatte, war ihm am Hofeso nützlich als in der öffentlichen Meinung verderblich. Man begreift kaum, wie einMann, durch sein ausgezeichnetes Talent und seinen innern Werth so hoch gestellt, sich er-niedrigen konnte, die wahre Größe und Würde des Menschen gegen den leeren Prunk undden falschen Schein von Rang und Ehre zu vertauschen. Man begreift es schwer, obgleichdiese demüthigende Erscheinung im Gebiete der Kunst und Wissenschaft, im Reiche desGenies nicht selten ist und ein vielseitiges und tiefes Wissen, eine umfassende Gelehr-samkeit sich mit Charakterlosigkeit recht gut verträgt.

Bacon sah sich nicht lange im Genusseseiner hohen Würden, als er von dem Hauseder Gemeinen der Bestechlichkeit und Käuflichkeit angeklagt, vom Oberhause zu einer Geldbußevon 40,000 Pfund Sterling und zu gefänglicher Hast, deren Dauer vom Belieben des Königsabhing, verurtheilt ward- Das strenge Urtheil war durch das beigefügte Erkenntniß nochgeschärft, daß er, unwürdig dem König zu dienen und im Parlament seinen Sitz zu haben,von jeder Stelle im Staate ausgeschlossen sei. Es mag schwer zu entscheiden sein, in wieweit Bacon der Verbrechen, deren er angeklagt worden, schuldig gewesen ist. Es sprichtManches für, Vieles gegen ihn. Man darf wohl annehmen, daß seine Sünden mehr dieFolgen eines schwachen als eines bösen Willens waren, und daß die Eitelkeit, in der Weltdurch Rang, Ansehen und Vermögen eine hohe Stellung einzunehmen, ihn zu den uner-laubten Handlungen verführte, die vor dem Gesetze Verbrechen sind, wenn ihnen auch nicht