Druckschrift 
2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
298
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Vertauschung der Rollen, die du uni deiner Selbsterhaltungwillen erzwingen möchtest, nicht zu bewerkstelligen ist unddaß es vielmehr an dir ist, von ihm einen Schluck zu trinkenanzunehmen...

Einen solchen verzögernden Kampf gegen die Wahrheit ge-stattet das Wort. Aber nichts dergleichen ist möglich bei Ein-setzung des Zeichens. Seine gesammelte Grausamkeit gestattetkeinerlei aufschiebende Fiktion. Es ist unmißverständlich undbraucht nicht verwirklicht zu werden, da es wirklich ist. Es istgreifbar und verschmäht die schonende Eigenschaft, unbegreif-lich zu sein. Es läßt überhaupt keinen vorläufigen Auswegzum Entschlüpfen offen. Es zwingt dich, das, was du, ver-nähmest du es in Worten, als Wahnsinn zurückweisen würdest,selber in deinem Haupte hervorzubringen und dich also ent-weder selbst für wahnsinnig zu halten oder die Wahrheit an-zunehmen. Mittelbarkeit und Unmittelbarkeit verschränkensich im Wort und im Zeichen auf verschiedene Weise, und un-entschieden möge es bleiben, welchem die brutalere Unmittel-barkeit zukommk. Das Zeichen ist stumm aber nur aus demunmilden Grunde, weil es die Sache selbst ist und nicht zureden braucht, umbegriffen" zu werden. Schweigend wirftes dich auf den Rücken.

Daß Jaakob beim Anblick des Kleides, aller Voraussichtentsprechend, umsiel, ist gesicherte Tatsache. Gesehen aber hatniemand, wie es geschah; denn die Männer von Dvtan, arm-selige Leute, die, ihrer zwei, es gegen ein Duantum Wolle undDickmilch stumpfen Sinns übernommen hatten, die Finderzu spielen, hatten sich nach Hersagung ihres Lügensprüchleinssogleich wieder aus dem Staube gemacht, ohne die Wirkungabzuwarten. Sie hatten Jaakob, den Gottesmann, die blut-