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2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
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seinen zusammengepreßten Lippen kam kein Nus für den Esel,sondern ingrimmig stachelte er nur von Zeit zu Zeit das gleich-mütige Tier mit der Spitze seines Stabes ins Hintere Fleisch,daß sie vorwärtskämen. Denn eines fürchtete Rüben vorallem: daß Todesstille herrschen möchte im Brunnen, wenner ankäme und leise den Namen riefe, daß Joseph so lange dieSeele nicht halten, sondern bereits verschmachtet sein könnteund alle Vorkehrungen unnütz wären, besonders die Leiteraus Stricken, die ihm der Seiler zu Dotan vor seinen Augenhatte knüpfen müssen.

Für eine solche nämlich, als Werkzeug der Rettung, hatteRüben sich schließlich entschieden. Sie war gut für verschie-dene Fälle: Man konnte an ihr emporklettern vom Grunde,wenn die Kräfte reichten, oder, reichten sie nicht, sich wenig-stens zwischen die Sprossen setzen und sich zu Tage ziehenlassen von Rubens strotzenden Armen, die einst Bilha um-schlossen hatten und wohl noch taugen würden, das Lamm ausder Tiefe zu ziehen für Jaakob. Ein Rock war da für denNackten, und Mundvorrat für fünf Tage hing an des EselsFlanken, die Tage der Flucht vor den Brüdern, die Rübenverraten wollte und sämtlich in die Asche bringen: gebeugtenHauptes gestand er sich's ein, während er nächtlich zumGrabe schlich. So schlecht handelte also der große Rüben,indem er das Gute tat? Denn daß es gut und notwendig war,den Joseph zu retten, von dieser Gewißheit war seine Seeleganz voll, und wenn das Böse und Eigennützige mit unterlief,so mußte man's in den Kauf nehmen; das Leben mischte esalso. Auch wollte Rüben schon noch das Böse zum Gutenwenden, er traute sich's zu. Stand er nur erst wieder herrlichvorm Vater und war der Erstgeborene wieder, so wollte er