der Schlaf ihnen besser gemundet hätte als vorher, das wäregelogen gewesen von ihrer Seite, wenn sie's behauptet hätten;doch schwiegen sie darüber.
Schweigsam waren sie überhaupt seit neulich, und wenn siedas Notwendigste austauschten, taten sie's maulfaul undzwischen den Zähnen. Ihre Blicke mieden sich unter einander,und wenn dieser reden mußte zu jenem, sahen sie dahin unddorthin, nur nicht ins Gesicht der eine dem andern, so daßnachher keiner wußte, ob das sachlich Besprochene eigentlichgültig sei zwischen ihnen, da ja Dinge, über die man sich nurmit dem Munde und nicht auch mit den Augen verständigthat, kaum für ausgemacht gelten können. Aber ob sicher aus-gemacht oder nicht, es schien ihnen unerheblich; denn oftließen sie Worte fallen wie etwa: „Alles gut —" und „So weitwär's richtig", oder auch „Das ist das Wenigste!" —, trübeAnspielungen auf das Eigentliche, das hinter allem vorder-gründlich Beredeten stand und es, solange es nicht bereinigtwar, in widerlichem Grade entwertete.
Es mußte sich aber selber ins reine bringen, was ein eben-falls widerlicher, zäher und kläglich gedehnter Vorgang war,ein Verschmachten und Absterben irgendwo in der Tiefe, vondem nicht zu sagen war, wann es beendet sein würde, und dasman einerseits innerlich anzutreiben geneigt war, währendman andererseits auch wieder seine Verzögerung wünschte,damit immerhin die Möglichkeit einer weniger häßlichen Be-reinigung für ein Weilchen noch offen bliebe, mochte sie frei-lich auch unvorstellbar sein. Wiederholt sei hier davon abge-mahnt, die Jaakobssöhne für besonders verhärtete Burschenzu halten und ihnen jedwede Teilnahme zu entziehen: selbstdie parteilichste Schwäche für Joseph (eine Schwäche der