in der Erde Schoß, brauchte er weitere Gewaltsamkeitennicht zu fürchten und hatte Muße zu jener Gedanken-arbeit, die seine leiblichen Beschwerden zeitweise fast ganzaus seinem Bewußtsein schaltete. Die Sicherheit ferner(wenn dieses Wort angesichts wahrscheinlichen, ja so gutwie gewissen Todes erlaubt ist; aber der Tod ist für irgend-einen Zeitpunkt immer gewiß, und doch fühlen wir unssicher), das Sicherheitsgefühl also begünstigte den Schlaf.Josephs Erschöpfung war so groß, daß sie die horrende Un-bequemlichkeit aller Umstände übermochte und ihn in Schlafsenkte, so daß er durch längere Zeitstrecken nichts oder wenigvon sich wußte. Erwachte er dann, so mischte sich sein Er-staunen über die Erquickung, die der Schlaf ganz auf eigeneHand, ohne Beihilfe von Speise und Trank zu gewährenvermag (denn Nahrung und Schlaf können eine Weile füreinander eintreten), mit dem Entsetzen über das Jmmer-noch-Andauern seines Elendes, das ihm auch im Schlaf nicht ganzaus dem Sinn gekommen war, dessen Strenge sich aberübrigens, wenn auch nur sozusagen, ein wenig zu lockernbegonnen hatte. Es gibt keine Strenge und Ungezogenheit,die nicht auf die Dauer denn doch etwas nachließe und kleineZugeständnisse an die Bewegungsfreiheit gewährte. Wirdenken an den Strick und daran, daß seine Züge und Knotenam zweiten und dritten Tage nicht mehr genau die Straffheitder ersten Stunde bewahrten, sondern einiges darangegebenund sich zu einem gewissen Entgegenkommen gegen die Be-dürfnisse der armen Glieder bequemt hatten. Auch dies wirdgesagt, um das Mitleid aufs Nüchtern-Wirkliche abzustim-men. Selbst wenn man hinzufügt, daß Joseph natürlichimmer schwächer wurde, geschieht es nur einesteils, um das
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