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2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
Seite
196
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„Meinst du, daß ihre Fessel wieder heil wird von deinenKlagen?"

„Nein", sagte Joseph, „das meine ich nicht. Aber nun binich wieder so weit, zu fragen: Was fang' ich an? Ich kann dochmein Tier hier nicht liegenlassen mit all seinem Behänge anMundoorrat, davon ich die Brüder beschenken wollte inJaakobs Namen. Es ist noch viel, obgleich ich einiges ver-zehrt und anderes mir anderweitig abhanden gekommen. SollHulda hier hilflos verenden, derweilen die Tiere des Feldesmeine Schätze fressen? Ich bin nahe daran, zu weinen vorVerdruß."

„Und wer wieder Rat weiß", erwiderte der Fremde, „binich. Sagte ich nicht, daß ich gelegentlich auch wohl einmal denWächter mache, wenn's sich ergibt? Wohlan, gehe nur zu!Ich will hier sitzen und deinen Esel bewachen, nebst den Eß-barkeiten, und den Vögeln und Räubern wehren. Ob ich michursprünglich dafür geschaffen fühle, ist eine Frage für sich,die hier nicht zur Erörterung steht. Genug, ich will sitzen alsEselswächter, bis du zu deinen Brüdern gekommen bist undkehrst mit ihnen zurück oder ein paar Knechten, die Schätze zuholen und nach dem Tiere zu sehen, ob es zu heilen ist oder zutöten."

„Danke", sagte Joseph. „So wollen wir's machen. Ichsehe schon, du bist recht wie ein Mensch, du hast deine gutenSeiten, und vom anderen reden wir nicht. Ich spute mich,wie ich kann, und kehre wieder mit Leuten."

„Darauf verlaß ich mich. Du kannst nicht fehlgehen: umden Hügel herum und dann zurück in das Tal dahinter einfünfhundert Schritt durch Busch und Klee, — da findest dudeine Brüder, unfern einem Brunnen, in dem kein Wasser ist.