— ic>4 —
einmal, mit dessen Person die Vorstellung der Geläufigkeitverbunden war; die Nolle des Boten war nach feststehenderÜbereinkunft die seine; und da auch seine Zunge geläufigwar, so traf schon zu, daß wenigstens im letzten Augenblickdie Bruder durch ihn den Sachverhalt etwas schneller er-fahren würden als durch einen anderen.
Was war geschehen? Jaakob hatte dem Joseph ein Ge-schenk gemacht.
Das war nichts Neues. Dem „Lamm", dem „Reis", dem„Himmelsknaben", dem „Sohn der Jungfrau", oder wiedie eigensinnig gefühlvollen väterlichen Bezeichnungen fürden Steineleser nun lauteten, war von jeher unter der Handan Sondergaben und zärtlichen Aufmerksamkeiten, anLeckereien, hübschen Töpferstücken, Huldsteinen, Purpur-schnüren, Skarabäen dies und jenes zugekommen, was danndie Brüder mit finstern Brauen in seinem lässigen Besitzsahen und um was sie sich verkürzt fanden; an Ungerechtig-keit, eine grundsätzliche und fast lehrhaft betonte Ungerechtig-keit, hakten sie Muße gehabt, sich zu gewöhnen. Dies aberwar ein Geschenk von aufschreckender Art und eines, wie zubefürchten stand, entscheidenden Sinnes; es bedeutete einenStoß vor den Kopf für sie alle.
Hier ist der Hergang. Es war Zeltwetter, die Spätregenwaren in Gang gekommen. Jaakob hatte sich nachmittagsin sein „härenes Haus" zurückgezogen, dessen verfilztes Ge-webe, schwarz, aus Ziegenhaar, über neun feste Stangengespannt und mit starken Seilen au den gerammten Pflöckenbefestigt, vollkommenen und sicheren Schutz vor der Segens-nässe bot. Es war das größte der ziemlich weit verteiltenSiedlung, und als reicher Mann, der darauf hielt, den