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2 (1934) Der junge Joseph
Entstehung
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Gesetz redet zum Verstände, nicht zum Gefühl, das sich vonjenem nicht gängeln läßt. Daher die Ödigkeit vollkommenerSchönheit, bei der es nichts zu verzeihen gibt. Wirklich willdas Gefühl etwas zu verzeihen haben, sonst wendet sich'sgähnend ab. Das bloß Vollkommene mit Begeisterung zuwürdigen, bedarf es einer Ergebenheit für das Gedachteund Vorbildliche, die Schulmeistersache ist. Es ist schwer,dieser gedachten Begeisterung Tiefe zuzuschreiben. Das Gesetzbindet auf äußerlich lehrhafte Weise; innere Bindung be-wirkt nur der Zauber. Schönheit ist magische Gefühls-wirksamkeit, immer halb wahnhaft, sehr schwankend undzerstörbar eben als Wirkung. Setze einem schönen Körperein garstiges Haupt auf, und auch der Körper wird nichtmehr schön sein in irgendeinem gefühlswirksamen Sinnehöchstens im Dunkeln, aber dann handelt sich's um Betrug.Wieviel Betrug, Gaukelei, Fopperei ist einschlägig insGebiet des Schönen! Und warum? Weil es zugleich undauf einmal das Gebiet der Liebe und des Verlangens ist;weil das Geschlecht sich einmischt und den Begriff der Schön-heit bestimmt. Die anekdotische Welt ist voll von Ge-schichtchen, wie als Weiber verkleidete Jünglinge Männerndie Köpfe verdrehten, Fräuleins in Hosen die Leidenschaftvon ihresgleichen entfachten. Die Entdeckung genügte, jedesGefühl zu dämpfen, da die Schönheit unpraktisch gewordenwar. Menschenschönheit als Gefühlswirksamkeit ist vielleichtnichts als Geschlechkszauber, Anschaulichkeit der Geschlechts-idee, so daß man besser von einem vollkommenen Mann,einem höchst weiblichen Weibe als von einem schönen redeteund nur mit verständiger Überwindung eine Frau die andere,ein Mann den anderen schön heißen wird. Fälle, in denen