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herüber und hinüber spitze Redensarten flogen, und dieAtmosphäre war dort so schwül, daß ich jeden Augen-blick fürchtete, es könne sich einmal ein Kapitalgewitterentladen.
Käthchen. Und es entlud sich wirklich?
Willibald. Ueber meinem Haupte, Frau Käthchen.Ich wollte in meiner Gutmüthigkeit die Beiden versöhnen.Nun, wäre ich ein Theologe gewesen, ich hätte ihnenvielleicht eine Predigt über den Frieden in der Ehe ge-halten. Aber Jeder kämpft mit seinen eigenen Waffen; —ich machte ein Gedicht, worin ich die Geißel der Satyreeinerseits über den Gelddünkel des reichgewordenen Ple-bejers, andererseits über den Geburtsdünkel des besitzlosenAdels schwang. Es war allerdings mit ziemlich starkenFarben aufgetragen.
Käthchen (lachend). Was, und das Gedicht habenSie Ihrem Onkel und Ihrer Tante vorgetragen?
Willibald. Natürlich, und ich dachte, die Beidenwürden daraus die Lächerlichkeit ihrer Prätensiouen erkennenund sich sogleich versöhnen. Aber da hätten Sie sehensollen! Mein Zweck war allerdings für den Augenblickerreicht, denn mit einer rührenden Einhelligkeit fielenOnkel und Tante über mich her, daß mir Hören undSehen verging. Und als ich nach ungefähr einer Stundewieder zu mir selbst kam, bemerkte ich zu meinem Erstaunen,daß ich mich mit meinem Köfferchen auf der Eisenbahnbefand.
Käthchen. Aber Menschenkind, wie konnten Sie so
— so —
Willibald. So dumm sein. — Ja, Frau Käthchen,wenn Schiller klug gewesen wäre, er hätte es noch zumRegimentsarzt in Würtembergischen Diensten bringenkönnen.
Robert. Na, nimm's mir nicht Übel, — aber Dichmit Schiller zu vergleichen.
- Willibald- O, in einer Beziehung haben wir schoneine große Aehnlichkeit. Schiller hatte kein Geld, — ich habeauch keins. Dann zweitens, Schiller hatte große Schwierigkeitsein erstes Theaterstück auf die Bühne zu bringen. (Ein