Dem tiefsten Schoosse der Natur entrungen,
Was als Geheimniss dort gewirkt, geschafft,
Der Zauber in den Menschendienst gezwungenUnd bald verdrängt von neuer Zauberkraft.
Wir schau’n, was uns genommen, was gespendet,Der Geist erstaunt, die Blicke sind geblendet.
Es ward erfasst auch unsrer Heimath StelleVon der gevvalt’gen Triebkraft dieser Zeit,
Die Thore sanken nieder und die Wälle,Luftdürstend strebt die Stadt in’s Freie weit.
Und als sie Fuss gefasst im neuen GrundeUnd endlich frei im Sonnenlichte stand,
Da sah sie erst, wie eng die einst’ge RundeUnd wie so gross und schön das Vaterland.
Als Theil des Ganzen lernt’ sie sich betrachtenUnd, dieses liebend, selbst sich höher achten.
Und durch der frei gewordnen Strassen BreiteEin neues Leben in das Weichbild zieht,Wetteifernd in des Fleisses edlem StreiteErschallt der Hammerschlag, die Esse glüht;Bewimpelt mehren sich im Strom die Masten,
Von Wagenrad und Hufschlag dröhnt der Grund,Und nach des Tages Sorg’ und schweren LastenEin Pulsschlag frohen Lebens gibt sich kundUnd reichend drauss dem Grün der Flur die HändeDurchrauscht ein Hain die Stadt von End’ zu Ende.
Und angelockt durch dieses Haines RauschenEin Mädchen aus der Fremde kam herbei,
Sie hemmt den Schritt, den flüchtigen, zu lauschen,Und heimathlieh klang ihr die Melodei:
Hier ist bei regem Treiben heitre Stille,
Die Luft von beiden muss ich atlnnen ein,Entfalten kann sich hier die Lebensfülle,
Hier kann ich ernsthaft, kann ich scherzend sein.Aufstellte hier bei uns die Kunst, die holde,
Ihr Spinnrad, das die Fäden spinnt von Golde.
So hat sich unsre Stadt emporgerungenIn des Jahrhunderts emsigem Gewühl,
Es streben in ihr, schwesterlich umschlungen,
Die Arbeit und die Kunst zu hohem Ziel.