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Und es dämmert der Tag, und es blickt in den RheinDas Schloss, das erwachende nieder —
Doch jenes Lämpleins matt zitternden ScheinErblickt’s in den Wellen nicht wieder.
Drittes Bild.
IV.
Ein erster Grass aus Kurbrandenburg.
Der Herzog ist todt und erledigt der Thron,
An der Fürstengruft kniet kein trauernder Sohn.Mit dem Odem des Herzogs erlosch sein Geschlecht,Wer ist nun der Erbe, wer hat nun das Recht?Wem ist mit dem Rechte die Macht auch gegeben,Aus der Tiefe des Rheinstroms den Schatz zu heben?
Wohl streckte sich aus manche lüsterne HandNach des Niederrheins Kleinod, dem Bergischen Land,Wohl erwachte aus modrigem Schlummer tief,Manch alt Pergament in verstaubtem Archiv,
Und der Themis bebrillete Nasen stecktenSich tief in Folianten des Rechts und Pandekten.
„Nun — forscht Ihr nach jeglichen Rechtes Gebühr,„Auch mir ist zur Hand ein vergilbtes Papier,
„So gut wie Ihr andern, auf Siegel und Schein„Kann ich es behaupten: das Recht ist mein.„Warum soll Euch der Kurfürst von Brandenburgweichen ?“
Und er blickt auf den Adler, sein Wappenzeichen.
„Noch bist Du nicht gross und noch bist Du nicht stark,„Doch jung ist im Bau Deiner Schwingen das Mark,„Und ernst ist Dein Wollen und frisch ist Dein Muth,„Auf — wage den Flug, junges Adlerblut.
„Und ist es gleich heut’ nur zur Probe der Schwingen—„Einst wird Dir der Flug wohl im Ernste gelingen!“