Da ging ein Brausen durch die Weltgeschichte,Es wogten Völkerfiuthen auf und ab,
Und donnernd wild ging eine Welt zu nichte,Um’s Leben kämpfend sank sie in ihr Grab.
Und jung an Kraft, an Wille und Gedanken,
Trat eine neue siegreich in die Schranken.
Und auch in diesen Urwald wogt’s hinein,.Jahrhunderte geht’s wechselnd auf und nieder;Bald spiegeln Rom’s Cohorten sich im Rhein,Blondlockig bald Germanenschaaren wieder —Und sank ein blondes Volk von Romas Streichen,Kampffreudig stand ein andres auf den Leichen.
Wie hat in dieses wilde Volksgewühl,
Das schwertgewaltig hier die Zeit durchrauschet,Aus ihres sonst so stillen Schilfs AsylDie Düsseinixe w r ohl emporgelauschet.
„Was ist das für ein sinnverwirrend Treiben!“„Wer wird zuletzt als Sieger bei mir bleiben ?“
Erstes Bild.
II.
Schlacht bei Worringen.
Gestaut ist endlich jene Völkerfluth,
Die lang die Welt, die alte, Überflossen;
Belebend hat sich das GermanenblutIn’s Römerblut, das welkende ergossen.
Die Welt ist neu — gewebt sind neue Bande,
Und Grenzen scheiden wieder Land von Lande.
Doch innerhalb der Grenzen wogt es nach;
Die starke Thatenlust fährt fort zu stürmen,
Des Ritters Burg ragt trotzig in den Tag,
Die Stadt umringt mit Mauern sich und Thürmen.„Wer ist mein Feind? — Wer ist mein Streitgenosse?“Selbst der Prälat sitzt kampfgerecht zu Rosse.