Druckschrift 
Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
475
Einzelbild herunterladen
 

Schönen Zimmer, wo die Hofstaaten sich aufgestellthatten, und richteten Ansprachen an Herren und Damen,lächelnd über einen Abstand von blankem Parkett hinweg,und Jmma wandte mit vorgeschobenen Lippen ihr Köpf-chen hin und her, während sie jemanden ansprach, der inVerbeugung ausbog und maßvolle Antwort gab. Nachbeendeter Cour war Zeremonieutafel im Marmorsaal undMarschalltafel in dem der zwölf Monate, und es gab vomTeuersten, aus Rücksicht auf die Gewohnheiten von KlausHeinrichs Gemahlin. Auch Perceval, nun wieder beiSinnen, war beim Festmahl zugegen und erhielt Braten.Nach dem Souper jedoch bereiteten die Studenten unddas Volk dem jungen Paar eine Huldigung mit Ständ-chen und Fackelzug auf dem Albrechtsplaß. FlackerndesLicht und ungeheuerer Lärm herrschten da draußen.

Lakaien zogen den Vorhang von einem der Fenster imSilbersaal, sie öffneten weit die fast bis zum Boden rei-chenden Flügel, und Klaus Heinrich und Jmma tratenan das offene Fenster, wie sie waren, denn draußen wareine laue Frühlingsnacht. Neben ihnen, in edler Haltungund mit bedeutender Miene, saß Perceval, der Colliehund,und blickte hinunter, wie sie.

Sämtliche Musikkorps der Residenz spielten auf demilluminierten Platze, der vollgepfercht war von Menschen,und die aufwärtsgekehrten Gesichter des Volks warendunkelrot qualmig beglüht von den Fackeln der Studenten,die am Schlosse vorüberzogen. Jubel brach aus, als dieNeuvermählten am Fenster erschienen. Sie grüßten unddankten. Und dann blieben sie noch eine Weile dortstehen, schauend zugleich und sich darstellend. Das Volk