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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
460
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bezeichnet werden muffe. So der Spruch. Die erwarteteFolge war, daß Doktor Überbein, der freilich demLehrer-verein" stets nur dem Namen nach angehört hatte, seinenAustritt aus dieser Körperschaft erklärte, und damithätte es, wie mancher dachte, wohl sein Bewenden habenkönnen.

Aber sei es, daß der abgesonderte Mann nicht Kennt-nis von dem Wohlwollen hatte, das man höheren Ortesbei all dem für ihn hegte; daß er seine Lage für aussichts-loser hielt, als sie war; daß er die Untätigkeit nicht er-trug, den vorzeitigen Verlust seiner geliebten Klassenicht verwandt; daß die Redensart von derUnehren-haftigkeit" ihm das Blut vergiftet hatte oder daß seinGemüt den Erschütterungen dieser Zeit überhaupt nichtgewachsen gewesen war: fünf Wochen nach Neujahrfanden sein Wirtsleute ihn auf dem dürftigen Teppichseines Zimmers, nicht grüner, als sonst, aber eine Kugelim Herzen.

So endete Raoul Überbein; hierüber strauchelte er; dieswar der Anlaß seines Untergangs. Da hatte man es!Das war das Wort, das alle Erörterungen seines kläg-lichen Zusammenbruches beherrschte. Der friedlose undungemütliche Mann, der niemals am Stammtisch einMensch unter Menschen gewesen war, der hochmütig alleVertraulichkeit verschmäht, sein Leben kalt und ausschließ-lich auf die Leistung gestellt und gewähnt hatte, daß erdarum alle Welt väterlich behandeln dürfe, da lag erdenn nun; das erstbeste Ungemach, die erste Mißwendeauf dem Felde der Leistung hatte ihn elend zu Falle ge-bracht. Wenige bedauerten, niemand beweinte ihn in der