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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
456
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infolge seines Leidens, das wiederum mit einer an sichsympathischen, in ihrem Übermaß aber bedenklichen Nei-gung, nämlich derjenigen zum Biere, zusammenhing, einzwar launenhafter, aber auch fahrlässiger und mattsinnigerHerr gewesen, der fünf hatte gerade sein lassen und all-jährlich ein recht mangelhaft vorbereitetes Schülermaterialin die Selekta befördert hatte. Ein neuer Geist war mitdem stellvertretenden Ordinarius in die Klasse eingezogen, und niemanden hatte das wundergenommen. Mankannte seinen unheimlichen Berufseifer, seine einseitigeund friedlose Strebsamkeit; man sah voraus, daß er dieseGelegenheit, sich hervorzutun, nicht ungenützt lassenwürde, an die er ohne Zweifel ehrsüchtige Hoffnungenknüpfte. Sowohl mit dem Faulenzen also, wie mit derLangenweile hatte es in der Unterprima ein jähes Endegenommen. Dr. Überbeins Ansprüche waren hochge-spannt, seine Kunst, auch die Widerwilligsten dafür zubegeistern, war unwiderstehlich gewesen. Die jungen Leutebeteten ihn an. Seine überlegene, väterliche und herzlichbramarbasierende Art hielt sie in Atem, rüttelte sie auf,machte es ihnen zur Ehrensache, diesem Lehrer durch Dickund Dünn zu folgen. Er fesselte sie an seine Person, in-dem er sonntägliche Ausflüge mit ihnen unternahm, beidenen sie Tabak rauchen durften, während er ihre Ein-bildungskraft durch burschenhaft aufgeräumte Rodomon-taden über die Größe und Strenge des offenen Lebensbezauberte. Und am Montag fanden sie sich mit demumgetriebenen Kameraden von gestern zu froher undleidenschaftlicher Arbeit wieder zusammen.

Drei Viertel des Schuljahres waren so verwichen, da