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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
390
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unerwartete Weise über den Kummer, der ImmasSchärfe ihm machte, hinweg; denn Samuel Spoelmannwar gütig, fast weich gegen ihn.

Man nahm den Tee auf der Terrasse, in neuartiggeformten Korbstühlen sitzend, zart angeweht von denDüften des Blumengartens. Der Schloßherr lag untereiner grünfeidenen, mit Papageien durchwebten und mitPelz gefütterten Decke ausgestreckt am Tische auf einemmit seidenen Kissen ausgestatteten Ruhebett aus Rohr-geflecht. Er war außer Bett, um die linde Luft zu ge-nießen, aber seine Wangen waren hellte nicht hitzig, son-dern gelblich bleich und seine Äuglein getrübt; sein Kinnwar spitz, seine gerade hervorspringende Nase erschienlänger als sonst, und seine Stimmung nicht von der ge-wohnten Ärgerlichkeit, sondern eher wehmütig, was nichtals gutes Zeichen genommen werden konnte. Zu seinenHäupten saß lang und milde lächelnd Doktor Water-cloose.

Na, junger Prinz. . .", sagte Herr Spoelmannmüde, und auf die Frage nach seinem Befinden ant-wortete er nur mit einem schwachen Knarren. Jmma,in schillerndem Hauskleide mit hoher Taille lind grün-samtenem Jäckchen, goß Wasser aus dem elektrisch ge-heizten Kessel in die Kanne. Sie beglückwünschte denPrinzen mit vorgeschobenen Lippen zu seinem persönlichenErfolge auf der Schützenwiese. Sie habe, sagte sie lindwandte ihr Köpfchen hin und her,aus der Tagespressemit tiefer Genugtuung Kenntnis davon genommen" linddie Schilderung seines Auftretens als Schütze auch derGräfin vorgelesen. Diese saß gerade aufgerichtet in ihrem