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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
341
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für sie mit frischen und ritterlichen Worten dankte. Eräußerte, man merke wohl, daß sie beizeiten auf einemPferderücken zu sitzen gelernt habe, und sie bestätigte,daß allerdings die Stunden in der Reitbahn einen wesent-lichen Bestandteil ihrer Erziehung ausgemacht hätten.Sie sprach klar und munter; aber allmählich, fast un-merklich, schweifte sie vom gangbaren Wege ab, erzählteetwas Sonderbares von kühnen Ritten, die sie als Leut-nant im letzten Feldzuge ausgeführt und kam völlig un-vermutet auf die unbeschreiblich liederliche Frau einesFeldwebels bei den Leibgrenadieren zu sprechen, die dieseNacht in ihrem Zimmer gewesen, ihr in der erbarmungs-losesten Weise die Brust zerkratzt und Reden dazu geführthabe, welche wiederzugeben sie ablehnen müsse. KlausHeinrich fragte leise, ob denn nicht Tür und Fenster ver-schlossen gewesen wären. „Allerdings, aber die Scheibeist ja da!" antwortete sie hastig. Und da sie bei dieserEntgegnung auf der einen Seite ihres Gesichtes blaß, aufder anderen rot wurde, so willigte er nickend und mitsanften Worten darein. Ja, indem er die Augen nieder-schlug, bot er ihr an, sie einstweilen ein wenig „FrauMeier" zu nennen, ein Vorschlag, den sie mit Eifer undEile annahm, nicht ohne ein vertrauliches Lächeln übrigens,einen Seitenblick ins Ungewisse, der etwas seltsam Lockendeshatte. Sie brachen auf zur Besichtigung der Fasanerie;nachdem Klaus Heinrich seinen Mantel zurückerhalten;und als sie den Garten verließen, sagte Jmma Spoel-mann: „So war es recht, Prinz. Sie machen Fort-schritte." Ein Lob, das ihm die Wangen färbte, ja,ihm ohne Vergleich mehr Freude bereitete, als der schönste