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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
148
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Schüler hingen an ihm, er erzielte ausgezeichnete Ergeb-nisse mit ihnen, das traf zu. Aber im übrigen besaßder Doktor viele Feinde in der Stadt, mehr, als er sichträumen ließ, und das Bedenken, sein Einfluß auf denPrinzen möchte kein wünschenswerter sein, trat sogar ineinem Teil der Presse zutage. . .

Jedenfalls erhielt Überbein Urlaub von der Lateinschule,besuchte zunächst allein, als Quartiermacher, das berühmteStudentenstädtchen, in dessen Mauern Klaus Heinrichdas Jahr seiner Burschenherrlichkeit verbringen sollte,und wurde bei seiner Rückkehr von dem Minister desGroßherzoglichen Hauses, Exzellenz von Knobelsdorff, inAudienz empfangen, um die üblichen Instruktionen ent-gegenzunehmen. Ihr Inhalt war, das nahezu wichtigsteErgebnis dieses Jahres habe darin zu bestehen, daß aufdem gemeinsamen Boden akademischer Ungebundenheitzwischen dem Fürstensohn und der studentischen Jugendeine kameradschaftliche Überlieferung geschaffen werde undzwar aus allgemeinem dynastischen Interesse, fest-stehende Redewendungen, die von Herrn von Knobels-dorff ziemlich obenhin vorgebracht wurden, und die DoktorÜberbein mit stummer Verbeugung entgegennahm, indemer seinen Mund mitsamt dem roten Bart ein wenig seit-wärts zog. Dann erfolgte Klaus Heinrichs Abreise, mitseinem Mentor, einem Dogcart und einiger Dienerschaft,auf die Universität.

Ein schönes, vom Reize musischer Freiheit umwobenesJahr in den Augen des Publikums und im Spiegel deröffentlichen Berichterstattung, doch ohne sachlichesSchwergewicht in jeder Beziehung. Befürchtungen, die