Herzogs und die Damen der Großherzogin unter derFührung der kurz atmenden Freifrau von Schulenburg-Tresse». Dann folgten, geleitet und gefolgt von Adju-tanten, Kammerherren und Hofdamen, Prinzessin Katha-rina mit ihrer rotköpfigen Nachkommenschaft, PrinzLambert mit seiner zierlichen Gemahlin und die auswär-tigen Verwandten oder ihre Vertreter. Pagen beschlossenden Zug.
So ging es gemessenen Schrittes vom Rittersaaldurch die Schönen Zimmer, den Saal der zwölf Monateund den Marmorsaal in den Thronsaal. Lakaien, rötlich-goldene Fangschnüre auf ihren braunen Galafräcken, stan-den paarweise und theatralisch an den geöffneten Flügel-türen. Durch die weiten Fenster fiel überall heiter undrücksichtslos die Juni-Vormittagssonne herein.
Klaus Heinrich sah sich um bei diesem Ehrengangezwischen seinen Eltern durch die umschnörkelte öde, denschadhaften Prunk der Repräsentationsräume, denen dieVerklärung künstlichen Lichtes fehlte. Der Helle Tag be-schiel, fröhlich und nüchtern ihren Verfall. Die großenLustres an ihrei, mit Stoff umkleideten Stangen ließen,für diesen Tag ihrer Hüllen entledigt, dichte Haine vonffammei,losen Kerzen emporstarren; aber überall fehltenPrismen, waren Kcistallgirlanden zerrissen in ihren Kro-nen, so daß sie einen angefressenen und zahnlückigen Ein-druck machten. Der seidene, damastene Bezug derStaatsmöbel, die steif geschwungen, weitarmig und ineintöniger Anordnung an den Wänden paradierten, warfadenscheinig, die Vergoldung ihrer Gestelle abgestoßen;große blinde Flecken unterbrachen die Lichtfelder der hohen,