Kapitalwerte wieder gut zu machen, hatte man die flüssiggemachten Gelder zur Deckung laufender Ausgaben undzur Einlösung von Schuldverschreibungen verbraucht.Nun schien gewiß, daß eine Verringerung der Staats-schuld nur zu wünschenswert sei; aber die Krittler meinten,die Zeiteil seien nicht danach angetan, daß man außer-ordentliche Einkünfte zur Speisung der Tilgungskasse ver-wenden dürfe.
Wer kein Interesse daran hatte, die Dinge zu be-schönigen, mußte die Staatsfinanzen zerrüttet nennen.Das Land trug sechshundert Millionen Schulden, —es schleppte daran mit Geduld, mit Opfermut, aber mitinnerlichem Seufzen. Denn die Bürde, an sich viel zuschwer, wurde verdreifacht durch eine Höhe des Zinsfußesund durch Rückzahlungsbedinguugen, wie sie einem Landemit erschüttertem Kredit vorgeschrieben werden, dessenObligationen tief, tief im Kurse stehen, und das in derWelt der Geldgeber beinahe schon unter die „interestanten"Länder gerechnet wird.
Die Reihe der schlechten Finanzperioden war unab-sehbar. Die Ära der Fehlbeträge schien ohne Anfangrmd Ende. Und eine Mißwirtschaft, an der durch häufigenPersonenwechsel nichts gebessert wurde, sah im Borgendie alleinige Heilmethode gegen das schleichende Leiden.Noch Finanzminister von Schröder, dessen reiner Eharakterund edle Absichten nicht in Zweifel gezogen werden sollen,erhielt vom Großherzog dafür den persönlichen Adel,daß er unter den schwierigsten Umständen eine neue hoch-verzinsliche Anleihe zu plazieren gewußt hatte. Er warvoil Herzen auf eine Hebung des Staatskredics bedacht;
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