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Königliche Hoheit : Roman
Entstehung
Seite
33
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Klugheit und tätiger Sanftmut. Seine Nase, zu flachauf den Schnurrbart abfallend, deutete auf seine Her-kunft hin. Er hatte zum Frack eine schwarze Halsbindeangelegt, und seine gewichsten Stiefel waren von länd-lichem Zuschnitt. Eine Hand an seiner silbernen Uhrkette,hielt ec den Ellenbogen dicht am Oberkörper. Redlichkeitund Sachlichkeit waren in feiner Erscheinung ausgedrückt;sie erweckte Vertrauen.

Der Großherzog redete ihn ungewöhnlich gnädig an,ein wenig in der Art eines Lehrers, der einen schlechtenSchüler gescholten hat und sich mit plötzlicher Milde zueinem anderen wendet.

Herr Doktor, ich habe Sie bitten lassen . . . Ichwünsche Auskunft von Ihnen in betreff dieser Erscheinungan dem Körper des neugeborenen Prinzen ... Ich nehmean, daß sie Ihnen nicht entgangen ist . . . Ich stehe voreinem Rätsel... einem äußerst schmerzlichen Rätsel... Miteinem Wort, ich bitte um Ihre Ansicht." Und der Groß-hcrzog, die Stellung wechselnd, endete mit einer vollkom-men schönenHandbewegung, die dem Doktor das Wort ließ.

vr. Sammet sah ihm still und aufmerksam zu, wartetegleichsam ab, bis der Großherzog mit seinem ganzen fürst-lichen Benehmen fertig war. Dann sagte er:Ja.Es handelt sich also um einen Fall, der zwar nicht all-zuhäufig eintritt, der uns aber doch wohlbekannt undvertraut ist. Ja. Es ist im wesentlichen ein Fall vonAtrophie. .

Ich muß bitten . . . ,Atrophick . .

Verzeihung, Königliche Hoheit. Ich meine von Ver-kümmerung. Ja."