IM Gespräch mit dem Baron überkam. Dieser Knobels-dorff, dieser Günstling und höchste Beamte war so viel-deutig ... Zuweilen waren seine Äußerungen, seine Er-widerungen von einem ungreifbaren Spott umspielt. Er'war weit gereist, er kannte den Erdball, er war so mannig-fach unterrichtet, auf eine befremdende und freie Art inter-essiert. Dennoch war er korrekt ... Herr von Schröderverstand sich nicht völlig auf ihn. Bei aller Überein-stimmung war es nicht möglich, sich ganz im Einver-ständnis mit ihm zu fühlen. Seine Meinungen warenvoll heimlicher Reserve, seine Urteile von einer Duldsam-keit, die in Unruhe ließ, ob sie Gerechtigkeit oder Gering-schätzung bedeute. Aber das Verdächtigste war seinLächeln, ein Augenlächeln ohne Anteil des Mundes, dasvermöge strahlenförmig an den äußeren Augenwinkelnangeordneter Fältchen zu entstehen schien oder umgekehrtmit der Zeit diese Fältchen hervorgerufen hatte... BaronKnobelsdorff war jünger, als der Finanzminister, einMann in den besten Jahren damals, obwohl sein ge-stutzter Schnurrbart und sein glatt in der Mitte ge-scheiteltes Haupthaar schon leicht ergraut waren, — unter-setzt übrigens, kurzhalsig und von dem Kragen seines biszum Saume betreßten Hofkleides sichtlich beengt. Ecüberließ Herrn von Schröder einen Augenblick seinerRatlosigkeit und fuhr dann fort: „Nur wäre vielleichtim Interesse einer löblichen Hof-Finanz-Direktion zuwünschen, daß der berühmte Mann sich ein wenig mehrmit Sternen und Titeln begnügte und . . . roh ge-sprochen, was mag dieses gefällige Bildwerk gekostethaben?"
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