erste Geschlecht die Befriedigung seines Geschlechts-triebes als Zweck sich vorsetze, da er durch Thätig-keit befriedigt werden kann: aber es. ist schlechthingegen die Vernunft, dafs das zweite die Befriedigungdes seinigen sich als Zweck vorsetze, weil es sichdann ein blofses Leiden zum Zwecke machen würde,Sonach ist das zweite Geschlecht entweder selbst derAnlage nach nicht vernünftig, welches der Voraus-setzung widerspricht, dafs sie. Menschen seyn sollen;oder diese Anlage kann zufolge seiner besondern Na-tur nicht entwickelt werden, welches sich selbst wi-derspricht, indem dann in der Natur eine Anlage an-genommen wird, die in der Natur nicht angenommenwird; oder endlich es kann die Befriedigung -6611168Geschlechtstriebes sich nie zum Zwecke machen. Einsolcher Zweck und Vernünftigkeit heben sich gänzlichauf.
Nun aber gehört doch der Geschlechtstrieb dieseszweiten- Geschlechts, und seine Aeusserung und Be-friedigung in den Plan der NaLur. Es'ist daher noth-wendig, dafs dieser Trieb beim Weibe unter einer an- (dern Gestalt, und, um neben der Vernünftigkeit beste-lien zu können, selbst als Trieb zur Thätigkeit erschei- jne; und zwar, als charakteristischer Naturtrieb zu ei- [ner nur diesem Geschleckte zukommenden Thätigkeit,
Da .auf diesem Satze die ganze folgende Theorie, jberuht, so will ich suchen, ihn in das gehörige Licht jzu stellen, und möglichen Misverständnissen desselben Ivovzubeugen. I