Drittes Kapitel: Konsonanz und Dissonanz.
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erlaubt uns aber, die Übereinstimmung, welche dem Konsonanz-gefühl zu Grunde liegen mufs, sogleich genauer zu bestimmen.Das Konsonanzgefühl ist nicht ein beliebiges Gefühl der „Über-einstimmung“, sondern es ist ein Gefühl der lustvollen innerenEinheitlichkeit oder Einstimmigkeit, der inneren oder quali-tativen Zusammengehörigkeit.
Ein solches nun entsteht, wie wir wissen, — nicht, wennzwischen Erlebnissen irgend welche Gleichartigkeit statt-findet, sondern wenn dieselben ein Gemeinsames haben, unddieses Gemeinsame in ihnen nach verschiedenen Richtungenauseinandergeht oder in verschiedener und schliefslich gegen-sätzlicher Weise sich differenziert. Dafür sind uns im Bisherigengenügend zahlreiche Beispiele begegnet.
Darnach müssen wir auch in unserem Falle ein solchesGemeinsames und eine solche Differenzierung eines Gemein-samen statuieren.
Genauere Bestimmung.
Reden wir aber genauer. Ich behaupte hier, wie mansieht, zunächst, dafs das Konsonanzgefühl jenem Gefühl der Ein-stimmigkeit, der inneren oder qualitativen Einheitlichkeit oderZusammengehörigkeit, wie es sonst aus der Differenzierungeines Gemeinsamen, und nur daraus sich ergibt, gleichartig sei.An dieser Gleichartigkeit nun kann niemand zweifeln. NächsterVerwandter des Konsonanzgefühls ist das Gefühl der innerenEinstimmigkeit, das wir haben angesichts des wechselnden,aber durch einen gemeinsamen Grundrhythmus zusammen-geschlossenen Rhythmus im Grofsen, z. B. angesichts desRhythmus einer Folge von Trommelschlägen oder von Tönen,der im Einzelnen jetzt so jetzt so differenziert oder gegliederterscheint, zugleich aber in seiner Grundform derselbe bleibt.Ebenso ist dem Konsonanzgefühl unmittelbar verwandt das Ge-fühl der Einstimmigkeit der Teile eines Bauwerkes, die ver-schiedene Formen zeigen, aber demselben architektonischenGesetz ihrer Bildung gehorchen.
Zum Überflufs sei aber noch besonders hingewiesen auf die