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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Farbe, Ton und Wort.

Blaurot überall da. Sehe ich es an einer anderen Stelle nicht,sondern statt dessen das Blaurot, so liegt dies daran, oderscheint daran zu liegen, dafs dort Blau darübergedeckt istund das Rot nur durch dasselbe hindurchscheint oder hindurch-schimmert. Mit anderen Worten, das Ganze erscheint als einRot, über dem ein bald dichteres, bald minder dichteres Blauliegt.

Und damit ist nun für meine Auffassung eine Scheidunggegeben; und mit dieser ein Kontrast. Es besteht für meinenEindruck in Wahrheit nicht Rot und die davon verschiedeneFarbe Blaurot, sondern, was ich habe, ist für mich Blau undRot, nur in dieser eigentümlichen Verbindung, die ich bezeichneals ein Durchscheinen der einen Farbe durch die andere undein volleres Heraustreten der ersteren an dieser oder jenerSteife.

So ist es verständlich, daîs dies stetige Heraustreten desRot aus dem Blaurot wohlgefällig ist, während das Neben-einander der beiden Farben mifsfällig wäre.

Und es ist begreiflich, daîs in der Malerei das Neben-einander beliebiger, benachbarter Farben erfreulich sein kann,wenn beide nicht hart aneinander grenzen, sondern ineinander-übergehen. Es ist endlich auch begreiflich, dafs vor allemdas Heraustreten der Grundfarbe aus der Mischfarbe, nichtumgekehrt, diese erfreuliche Wirkung übt.

Prinzip derDecke.

Der hier bezeichnete besondere Sachverhalt, dasDurch-scheinen durch eine Decke, kommt auch in Frage bei demstetigen Übergang verschiedener Helligkeits- oder Sättigungs-grade einer und derselben Farbe ineinander. Das Dunkel oderGrau erscheint hier als eine Decke, aus welcher die Farbesich stetig herausarbeitet. Daraus ergibt sich auch hier nebender vollen Vereinheitlichung eine bestimmtere Scheidung.

Diese Vorstellung derDecke und desDurchscheinensdurch dieselbe hat nun aber noch eine weitere Bedeutung.Auch wo die aus dem Dunkel heraustretende Farbe völlig