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Der Rhythmus.
allgemeinen Rhythmik, die ihnen allen gemeinsam ist, unter-geordnet Was in uns sich regt, ist diese Rhythmik, dieseForm des Wellenschlages des psychischen Geschehens, die nurzufällig in diesen oder jenen inhaltlich bestimmten Vorstellungensich verwirklicht.
Diesen Wellenschlag oder diese Resonanz nun haben wirbereits früher, und haben wir soeben wiederum, mit dem Namender Stimmung bezeichnet. Wir dürfen also auch sagen: lnjedem einzelnen psychischen Geschehen liegt die Tendenz, ineiner entsprechenden Stimmung sich auszubreiten. Und jemehr dabei der Inhalt der einzelnen Vorstellungen, die zudieser Stimmung einen Beitrag liefern, dem Ganzen derStimmung sich unterordnet, desto weniger ist es möglich, dafssolche Inhalte uns zum Bewufstsein kommen; desto mehr istalso die Stimmung inhaltlich unbestimmt und unbestimmbar.Eben dies aber liegt, wie wir früher sahen, in der Eigenart der-„Stimmung“.
Der hier bezeichnete Sachverhalt ist jedermann geläufig.Jedermann weifs, dafs Erlebnisse eine entsprechende Stimmungzu wecken vermögen. Zugleich kennen wir auch die um-gekehrte Tatsache, dafs Stimmungen die ihnen entsprechendeneinzelnen Erlebnisse, Gedanken, Vorstellungen wecken, oderauf sinnliche Erlebnisse, die zu ihnen passen, unsere Aufmerk-samkeit lenken. Es besteht also die oben behauptete Wechsel-wirkung. Ich suche in melancholischer Stimmung dasjenigeoder bleibe innerlich bei demjenigen stehen, was diese Stim-mung nährt. Es fallen mir in lustiger Stimmung allerlei lustigeDinge ein.
Umgekehrt schafft das erfreuliche oder betrübende Er-lebnis eine allgemeine Stimmung, die das Bewufstsein vondiesem Erlebnis weit überdauern kann. Dies heilst jedesmalnichts anderes als: Das Erlebnis lenkt die psychische Be-wegung hin auf solches, das einen gleichartigen Rhythmus despsychischen Geschehens in sich schliefst, läfst solche Vor-stellungen, Gedanken, Erinnerungen in mir anklingen, die einesolche Rhythmik in sich repräsentieren; kurz das Erlebnisrhythmisiert die Seele in einer ihm entsprechenden Weise.