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1 (1903) Grundlegung der Ästhetik
Entstehung
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Der Rhythmus.

töne der Einheiten, aus welchen die vier Einheiten durch Po-tenzierung entstanden sind. Und schliefslich ist das Ganzeauch hier untergeordnet dem abschlieîsenden Tiefton.

Von jenen beiden Schemata scheint nun zunächst daserste wiederum das eigentliche Normalschema, sofern in ihmdie vier fiaupttöne in gleicher Weise in relativ selbständigeund in sich abgeschlossene elementare Einheiten verwandeltsind. Jede der Einheiten kommt in sich relativ zur Ruhe.Die Bewegung erscheint dadurch möglichst klar differenziert.Indessen eben dadurch hat das Ganze an innerer Einheitverloren.

In diesem Punkt ist das zweite Schema dem ersten über-legen. Zwei Momente gehen bei ihm Hand in Hand: Die dritteelementare Bewegungseinheit erhebt sich von der durch diebeiden ersten gegebenen Basis, während im ersten Schema diehöchste Höhe in der dritten Einheit schroff einsetzt. Anderer-seits drängt sich damit zugleich im zweiten Schema die Be-wegung in höherem Grade gegen das Ende hin zusammen;die höchste Spannung findet statt unmittelbar vor dem Abstieg,also vor der Lösung. Damit gewinnt die Lösung und mit ihrdas Ganze an Kraft.

In der ersten dieser beiden Formen kann ich etwa lesenoder sprechen das „Nächtlich am Busento lispeln bei Cosenzadumpfe Lieder; in den Wassern hallt es Antwort und in Wirbelnklingt es wieder.“ Das „Wasser“ nimmt in diesem Falle diehöchste Stelle ein.

Dagegen ergibt sich das zweite potenzierte Schema, wennin dem dritten Satze dieses Verses die Stimme bei „Wasser“ inder Tiefe bleibt und bei „Antwort“ sich zur höchsten Höhe erhebt.

Es ist kein Zweifel, dafs bei jener Art zu lesen oderzu sprechen das Ganze relativ zerfällt, bei dieser an Einheit-lichkeit und Kraft gewinnt. Dabei ist freilich zu bemerken,dafs auch im ersten Falle die höchste Höhe nicht völlig un-mittelbar einsetzt, sondern von den unbetonten Worten „in den“zu „Wassern“ aufsteigt. Insofern ist in jenem Falle schoneine Vermittlung der beiden soeben unterschiedenen Möglich-keiten gegeben.