Erstes Kapitel: Die einfachsten Formelemente des poetischen Rhythmus. 301
zurückzukommen haben. Einstweilen aber murs auf folgendeshingewiesen werden.
Das Gesagte hat zunächst sein Recht, wo es sich umsimultan gegebene Elemente handelt. Hier aber handelt essich um Elemente, die sich folgen. Und dabei liegt die Sacheminder einfach.
Stehen drei gleiche Elemente räumlich, etwa in horizontalerRichtung nebeneinander, so sind alle drei Elemente gleichzeitiggegeben. Es verhält sich also insbesondere das erste zeitlichzum mittleren ebenso, wie das dritte. Es bieten sich, wieschon früher gesagt, überhaupt und in jeder Hinsicht beideElemente in gleicher Weise zur Zusammenordnung mit demmittleren dar. Das Rechts und das Links sind einander gleich-wertig. Es ist dasselbe apperzeptive Verhalten, wenn ich zudem mittleren Elemente einerseits das rechte, andererseits daslinke hinzunehme, wenn ich den Blickpunkt der Auffassungs-tätigkeit einerseits nach rechts, andererseits nach links insolcher Weise erweitere.
Dagegen stehen bei der zeitlichen Aufeinanderfolge vondrei Elementen das erste und das letzte nicht in der gleichenBeziehung zum mittleren. Jenes ist, wenn das mittlere meinerAuffassungstätigkeit sich darbietet, vergangen, dieses zukünftig.Es besteht also keine Gleichwertigkeit der Richtungen desVorher und des Nachher. Es ist etwas qualitativ Anderes,ob ich vorwärts oder rückwärts blicke, ob ich auf das, wasfolgt, ziele, und zu ihm fortgehe, oder ob ich stehen bleibeund das Vergangene festhalte. Ich tue natürlicherweise dasEine oder das Andere; beide Weisen der ZusammenfassungschMsen sich — nicht absolut, aber relativ aus.
Es bleibt demnach dabei, dafs es in der Natur der zeitlichsich folgenden Elemente liegt, zunächst zu zweien zusammen-gefafst zu werden.
Rhythmische Unterordnung.
Aber auch die blofse Zusammenfassung von zweiElementen zu einer Einheit genügt nicht dem vollen Einheits-